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Ungewisser Neuanfang

Kirchs Pay-TV-Problem Premiere soll wieder einmal saniert werden. Bis zu 30 Prozent der Jobs fallen weg

MÜNCHEN dpa/taz ■ Kirchs Sorgenkind Premiere soll durch radikalen Stellenabbau, mehr Erotik im Programm und günstigere Einstiegspreise saniert werden. Noch in diesem Jahr werden dafür mindestens 25 bis 30 Prozent der derzeit 2.400 Arbeitsplätze bei dem Pay-TV-Sender und abhängigen Technikdienstleistern wegfallen. Der konsequente Sparkurs mache diese Einschnitte nötig, sagte der neue Premiere-Geschäftsführer und ehemalige ProSieben-Chef Georg Kofler am Mittwoch vor Journalisten. Im Vergleich zu 2000 stieg das Premiere-Minus vor Steuern und Zinsen im Jahr 2001 noch einmal von 743,5 Millionen auf 989 Millionen Euro. Die Finanzverbindlichkeiten zum Jahresende 2001 bezifferte Kofler auf 962 Millionen Euro. Im laufenden Jahr erwartet Kofler prozentual einstellig steigende Umsätze. Die Zahl der Abonnenten soll von derzeit 2,4 auf über 3 Millionen im Jahr 2003 steigen.

„Mit dem Thema Insolvenz beschäftigen wir uns überhaupt nicht“, wischte Kofler Gerüchte über eine mögliche Pleite vom Tisch. Seine optimistische Prognose: Die bei 2,4 Millionen stagnierenden Abozahlen sollen bis 2003 wenigstens die 3-Millionen-Grenze übersteigen. Doch die Zukunft ist trotz des Sanierungsplans völlig ungewiss: Zum Stand der Verhandlungen mit Banken und Gesellschaftern – vor allem mit Rupert Murdoch –wollte sich Kofler nicht äußern. Murdoch kann und will sich wegen der schlechten Ergebnisse seinen 22 Prozent-Anteil an Premiere von Kirch im Oktober mit rund 1,7 Milliarden Euro auszahlen lassen.

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