: Unbequeme Presse
■ Kenia: Journalisten verhaftet
Nairobi (AFP) – In Kenia ist erneut ein Chefredakteur wegen regierungskritischer Publikationen festgenommen worden. Reverend Jamlick Miano, Chefredakteur des Kirchenblattes Watchman, wird der Volksverhetzung beschuldigt, wie am Mittwoch aus Korrespondentenkreisen zu erfahren war. Der Chefredakteur und einer seiner Assistenten erschienen am Dienstag abend vor Gericht, um sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. In ihrem Blatt war ein Artikel über Präsident Daniel arap Moi erschienen, mit der Überschrift: „Moi, des Teufels Peitsche auf dem Rücken der Kenianer“. Schon am Sonntag hatte die Regierung Exemplare des Watchman und der Wochenzeitung The People beschlagnahmen lassen. Das Gericht habe mögliche Kautionsgesuche Mianos im voraus abgelehnt, weil er bereits im vergangenen Jahr in einem anderen Kirchenblatt einen regierungsfeindlichen Artikel veröffentlicht habe, hieß es. Anfang Februar war der Chefredakteur des Wochenblattes Finance, Njehu Gatabaki, festgenommen worden. Die Zeitung hatte behauptet, Mois Familie habe mehrere Millionen Dollar in einer Londoner Bank deponiert. Zur Zeit häufen sich in Kenia Beschlagnahmungen oppositioneller Zeitungen und Festnahmen von Journalisten wegen „Volksverhetzung“.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen