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Umfrage zu KinderarmutThe kids are not alright

Viele Eltern müssen auf nicht Notwendiges verzichten und haben Zukunftsängste. Das wirkt sich auf das Wohlbefinden der Kinder aus.

Aus Berlin

Marc Tawadrous

Im letzten Jahr war jedes siebte Kind armutsgefährdet und 24 Prozent von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Eine neue repräsentative Umfrage von Forsa für Save the Children soll verstehen helfen, welche Kinder von Armut gefährdet sind und wie die finanzielle Situation ihrer Eltern aussieht.

Auffällig, aber nicht verwunderlich: Insbesondere Familien mit einem Nettoeinkommen von unter 3.000 Euro haben finanzielle Probleme, die sich auf die Familie und die Kinder auswirken. Während insgesamt 8 Prozent aller befragten Eltern auf Dinge verzichten, die über das Nötigste hinausgehen, liegt dieser Wert bei finanziell schlechter aufgestellten Familien dieser Einkommensklasse bei knapp 50 Prozent.

Auch die Angst der Eltern, Grundbedürfnisse der Familie nicht mehr finanzieren zu können, liegt in finanziell schwachen Familien bei 57 Prozent, während der allgemeine Wert bei 25 Prozent liegt. Beides eine erhebliche Steigerung im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem vergangenen Winter.

Die mentale Gesundheit der Kinder leidet laut Aussagen der Eltern aufgrund der finanziellen Situation. In der Gruppe der Haushalte mit unter 3.000 Euro Nettoeinkommen sagen 23 Prozent der Eltern, dass die Kinder emotional belastet sind, erkennbar beispielsweise an „Sorgen, Rückzug oder gedrückter Stimmung“. Bei Familien mit einem Nettoeinkommen zwischen 3.000 und 4.500 Euro sehen nur 10 Prozent der Eltern eine Belastung der Kinder durch die finanzielle Situation. Im Koalitions­vertrag findet sich die Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“, jedoch ohne spezifischen Fokus auf armutsbetroffene oder -bedrohte Kinder, wie sie Save the Children fordert.

Eltern nicht zufrieden mit Maßnahmen der Regierung

Diese Zahlen erklären auch die Unzufriedenheit der Eltern mit den momentanen Plänen der Bundesregierung für die Bekämpfung von Kinderarmut. Etwas mehr als drei Viertel sehen diese als nicht wirksam an und stimmen der Aussage zu, dass es weitergehende Maßnahmen brauche. Für Save the Children wären solche weitergehenden Maßnahmen unter anderem „eine Stärkung der sozialen Infrastruktur sowie eine verbesserte monetäre Unterstützung mit dem Ziel einer teilhabesichernden Kindergrundsicherung“, und auch bei der Zukunft des Sozialstaates „müssen die Perspektiven und das Wohl von armutsbetroffenen Kindern im Einklang mit der UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 3) vorrangig Berücksichtigung finden“.

Fragt man die Eltern selbst, welche Maßnahmen sie für nötig erachten, ergibt sich schnell ein klareres Bild. Knapp 89 Prozent halten höhere Investitionen in Bildung und 66 Prozent den Ausbau von Kinderbetreuung für sehr wichtig. Andere von über 50 Prozent der Eltern als sehr wichtig erachtete Maßnahmen sind vermehrte finanzielle Unterstützung für Familien, der Bürokratieabbau bei Familienleistungen und kostenlose oder günstige Freizeitangebote für Kinder. „Für Save the Children ist klar, dass hieraus ein politischer Auftrag abgeleitet werden sollte, in all diesen Bereichen verstärkt aktiv zu werden.“

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