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US-Kulturindustrie verbündet sich mit ISPsTauschbörsen im Visier

Die Verbände der Film- und Musikindustrie in den USA wollen gemeinsam mit Anschlussanbietern gegen Tauschbörsen vorgehen. Geplant ist ein Verwarnmodell – ganz ohne Gerichtsbeteiligung.

BERLIN taz | Rechteinhaber in den USA wollen ab Sommer verstärkt gegen Tauschbörsen im Netz vorgehen – ganz ohne Gerichte oder andere Behörden. Gemeinsam von Internetanschlussanbietern und den Verbänden der US-Musik- und Filmindustrie ein „Zentrum für Urheberrechtsinformationen“ (Center for Copyright Information) beginnen, Nutzer abzumahnen, denen die Industrieverbände Urheberrechtsverletzungen vorwerfen. Dabei können als letzte Maßnahme auch Internetverbindungen suspendiert werden.

Das neue Zentrum basiert auf einer Abmachung zwischen den Industrieverbänden und Anschlussanbietern vergangenen Juli. Eines der Ziele des Zentrums ist es, die Öffentlichkeit über Urheberrechtsverletzungen im Netz zu informieren. Zentraler ist allerdings das sogenannte „Copyright Alert System“ für Online-Tauschbörsen, das eine Staffelung von Verwarnungen an Internetnutzer vorsieht, die vermeintliche Urheberrechtsverletzungen begehen.

Ausgelöst werden soll der Prozess durch eine Meldung der Industrieverbände an die Internetanschlussanbieter, wenn aus ihrer Sicht ein Urheberrecht verletzt wird. Zunächst würden die Nutzer drei Onlineverwarnungen bekommen. Danach sollen zwei weitere Verwarnungen ausgesprochen werden, die vom Nutzer bestätigt werden – bei der fünften Warnung sollen Anschlussanbieter auch die Bandbreite des Anschlusses drosseln oder den Anschluss suspendieren können.

Nutzer, die sich zu Unrecht verfolgt fühlen, können die Überprüfung durch eine unabhängige Kommission beantragen – allerdings nur gegen die Zahlung einer Bearbeitungsgebühr in Höhe von 35 Dollar. Die Gebühr wird zurückgezahlt, wenn die Überprüfung ergibt, dass dem Nutzer zu Unrecht eine Urheberrechtsverletzung vorgeworfen wurde – Konsequenzen für die Industrieverbände gibt es in diesem Fall nicht.

Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation hatte //www.eff.org/deeplinks/2011/07/graduated-response-deal-what-if-users-had-been:bereits im vergangenen Jahr kritisiert, dass in dem Zentrum die Internetnutzer nicht vertreten seien, durch das Verwarnmodell die Unschuldsvermutung umgekehrt werde und keine Strafen für falsche Verletzungsmeldungen vorgesehen seien.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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1 Kommentar

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  • B
    Bonk

    35 Dollar - hmm - wenn einer erstmal 35Mio. auf der hohen Kante hat, weiß der auch wen er schmieren muss um die 35Mio. zu behalten....

    Land of the free(aks)

    Funktioniert bestimmt auch in D?!