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US-Jagdbomber auf Remscheid gestürzt

Häuser in der Remscheider Innenstadt in Brand / Mindestens sechs Tote / Unbekannte Zahl an Vermißten / Zwölf Häuser zerstört  ■  Aus Düsseldorf J. Nitschmann

Zu einer Katastrophe von bislang unübersehbarem Ausmaß hat der Absturz eines US-Jagdbombers in einem dichtbesiedelten Wohngebiet am Rande der Remscheider Innenstadt geführt.

Nach Darstellung der Polizei stürzte die Militärmaschine vom Typ A 10 Thunderbolt mit 1.300 Schuß scharfer Munition an Bord am Donnerstag gegen 13.30 Uhr über dem Wohngebiet in Remscheid ab und zerstörte zwölf mehrgeschossige Wohnhäuser, die zum Teil in Brand gerieten und einstürzten. Am Abend sprachen die amtlichen Stellen von mindestens sechs Toten und über 40 Schwerverletzten. Zahlreiche Personen wurden zu diesem Zeitpunkt noch vermißt. Die Polizei setzte Spürhunde ein. Ein Polizeisprecher sprach von „vielen Leichenteilen, die in der Gegend herumliegen“. Die nordrhein-westfälischen Behörden lösten unmittelbar nach dem Absturz Katastrophenalarm aus und zogen alle verfügbaren Rettungs und Feuerwehrkräfte aus den umliegenden Städten zusammen. Es herrschte Explosionsgefahr.

Im Rundfunk schilderte ein Augenzeuge den Absturz der Maschine in der belebten Stockder Straße: „Es war wie dieser Ramstein-Blitz.“ Von dem Flugzeug sei plötzlich ein grelloranger Feuerball hochgegangen. Die gleiche Beobachtung machten Kinder, sie hatten einen „brennenden Ball am Himmel“ gesehen, sagte eine Anwohnerin gegenüber der taz. Beschäftigte eines Metallbetriebes, unweit der Unglücksstelle, hörten einen Knall. Wenige hundert Meter weiter indes bekamen viele „überhaupt nichts mit“, bevor die Sirenen heulten und die Rettungshubschrauber einflogen. „Im ersten Schock dachte ich, es sei ein Starfighter. Die fliegen häufiger über unsere Stadt“, sagte eine Frau zur taz.

Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Würzbach, erklärte am Abend, bis Weihnachten werde es keine extremen Tiefflüge mehr geben. Die Maschine sei jedoch „höher als tief“ geflogen.

Über das Ausmaß des Unglücks in der zum militärischen Sperrgebiet erklärten Straße herrschte bis zum Abend Unklarheit. Angaben des WDR zufolge stürzte die Maschine in ein Mehrfamilienhaus, von dem nur die Grundmauern übrig blieben. 100 Meter links und rechts davon standen Mehrfamilienhäuser und mehrere PKWs in Flammen. 30 Meter von der Absturzstelle entfernt hing der Fallschirm des Piloten in einem Baum. Der Pilot selbst gehört zu den Opfern der Katastrophe.

Der einsitzige US-Jagdbomber, der aus dem englischen Fliegerhorst Bentwaters stammt, aber vom rheinischen Nörvenich gestartet war, befand sich auf einem Übungsflug nach Norddeutschland. Der stellvertretende Kommandant des Fliegerhorstes Nörvenich, Detlev Schulte-Bisping, bestätigte gegenüber der taz, daß sich an Bord der Maschine 30 -Millimeter-Übungsmunition befunden habe. Nach Angaben der amerikanischen Luftstreitkräfte hatte die Maschine etwa 500 Kilogramm Munition an Bord.

Bislang ist offen, inwieweit die Detonation der mitgeführten Übungsmunition für die starke Verwüstung der Häuser verantwortlich ist. Der Parlamentsausschuß, der die Flugtagkatastrophe vom 28.August auf dem US -Luftwaffenstützpunkt Ramstein untersucht, brach seine Sitzung sofort nach Bekanntwerden des Unglückes ab.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium, Agnes Hürland-Büning, und Luftwaffeninspekteur Horst Jungkurth begaben sich an die Unglücksstelle.

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