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UNO verliert Kraftprobe

■ Serben dürfen Zufahrtsstraße zum Flughafen in Sarajevo kontrollieren

Sarajevo (AFP/taz) – Die bosnischen Serben haben eine Minensperre aufgehoben, mit der sie seit Freitag versucht hatten, die Bewegungsfreiheit der UN-Blauhelme auf der wichtigen Zufahrtsstraße zum Flughafen in Sarajevo einzuschränken. Die UNO reduzierte daraufhin die Zahl der an der Straße aufgefahrenen Panzer von vier auf einen. Die Entschärfung der Situation an dem illegal errichteten serbischen Kontrollpunkt war Ergebnis einer Unterredung zwischen dem UN-Kommandeur für Sarajevo und dem Kommandeur der serbischen Armee in Bosnien. Die Einigung kam jedoch nur zustande, weil die UNO den Serben zugestand, alle Fahrzeuge an der Verbindungsstraße kontrollieren zu dürfen. Nach Angaben der bosnischen Regierung verstößt die Vereinbarung gegen ein Abkommen von 1992, laut dem die Serben die Kontrolle dieser Straße der UNO übergeben haben.

Verhandelt wurde in Sarajevo auch über die Wiedereröffnung der Luftbrücke. Sie war am Samstag nach dem Beschuß einer Transportmaschine durch serbische Soldaten unterbrochen worden. Am Sonntag gingen im dichtbesiedelten Zentrum der Hauptstadt mehrere Geschosse aus serbischen Granatwerfern nieder. Dabei wurde mindestens ein Zivilist verwundet.

Angesichts der wieder aufgeflammten Kämpfe in ganz Bosnien, werden auch die internationalen Vermittler wieder aktiver. So forderte Bundesaußenminister Klaus Kinkel die bosnischen Serben auf, ihren Widerstand gegen den Friedensplan der Kontaktgruppe aufzugeben. Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter bot den Kriegsparteien in einem Brief an Serbenführer Karadžić erneut seine Vermittlerdienste an.

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