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U N V E R B R E M T Chef-Arbeit

■ Zwölf neue Stellen oder: Einer darf nicht scheitern

Als der DGB-Vorsitzende vor Monaten forderte, daß das Arbeitsressort mit einem eigenen Senator an der Spitze ausgestattet werden müßte, weil die Arbeitslosigkeit ein großes Problem sei, da sprach zweierlei dagegen: Erstens der Beschluß der SPD-Delegierten, der Staat solle öffentlich Sparsamkeit demonstrieren. Zweitens das Argument des Bürgermeisters, das Arbeitsressort sei nun wirklich kein abendfüllender Job, da gebe es außer politischer Propaganda wenig zu verwalten. Schließlich hat er es sich selber aufgehalst mit der trotzigen Bemerkung, dann werde er eben 16 Stunden täglich arbeiten.

Über Nacht war das Arbeitsressort damit Bürgermeister-Sache und alles natürlich ganz anders. Gestern hat der Senat beschlossen, es mit 12 Stellen (Gehaltsgruppe: B4) aufzustocken. Eine ordentliche Begründung soll nachgeliefert werden, die in der Vorlage, reichte selbst der Senatorenrunde nicht. Immerhin stand da unter dem routinemäßigen Spiegelstrich „Öffentlichkeitsarbeit: nicht geeignet“. Die Begründung, so ein Senator zur taz, sei ganz einfach: Jeder in diesem Kollegialorgan kann mit seinem Ressort scheitern, nur einer nicht. Und deshalb war der Senats-Beschluß einstimmig.

Klaus Wolschner