■ Turbulenzen in Israels Likud-Partei: Neue Freunde, alte Feinde für Netanjahu
Jerusalem (dpa) – Ein weiteres führendes Mitglied der in Israel regierenden Likud-Partei ist gestern aus Protest gegen die Politik von Regierungschef Benjamin Netanjahu aus der Partei ausgetreten. Der extrem rechtsorientierte Benny Begin, Sohn des früheren Regierungschefs und Likud-Mitbegrüders Menachem Begin, kündete in Tel Aviv an, er wolle eine eigene Liste bilden, an deren Spitze er für das Amt des Regierungschefs kandidieren will.
In einer dramatischen Rede warf Begin Netanjahu eine zu nachgiebige Haltung gegenüber den Palästinensern vor. „Ist das eine rechte Regierung, die den Palästinensern die Einrichtung von Brutstätten des Terrors ermöglicht?“ fragte Begin.
Außenminister Ariel Scharon hat derweil auf eine Kampfkandidatur gegen Netanjahu innerhalb des Likud verzichtet. Netanjahu sei der einzige Likud-Politiker, der bei den geplanten Neuwahlen eine Siegeschance habe.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen