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Türkisch essen mit einem Stern

■ Mercedes für Weinblätter, gegen Klosprüche

Eine 14-tägige, vom Betriebsratsmitglied Akbal angeregte Aktion wird im Mercedes-Werk in Bremen womöglich gegen Ausländerfeindlichkeit helfen: Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, werden allen Mitarbeitern des Konzerns internationale Gerichte „verabreicht“. Mercedes- Koch Riepenhusen, der schon 20 Jahre die Gäste des „Traumschiffs Europa“ bewirtete, ließ sich von Herrn Akbal mit türkischen Rezepten eindecken.

Bei so klangvollen Gerichten wie Zeytinypali Yaprak Dolsmasi mögen türkische Esser verzückt die Augen verdrehen, die Deutschen brauchen eine Übersetzung: Gefüllte Weinblätter mit Reis. In täglichem Wechsel ist eine italienische, spanische, griechische und marokkanische Mahlzeit vorgesehen. Ein Gericht kostet fünf Mark. Sicher nicht zu teuer für Speisen, die da zum Beispiel Aginares Jenistes heißen. (Keine ansteckende Krankheit: gefüllte Weinblätter!)

Der Verpflegungsbetrieb von Mercedes hat 120 Mitarbeiter. Täglich werden 4.000 Mahlzeiten ausgegeben. „Da werden zwischen 250-300 Kilo Fleisch pro Mahlzeit verarbeitet“, weiß Riepenhusen. Mercedes Benz hat über 15.000 Mitarbeiter. Ein Zehntel davon sind ausländischer Herkunft.

Überhaupt setzt sich Mercedes für seine Ausländer ein: „Es hat da schon mal Klo-Schmierereien mit ausländerfeindlichen Parolen gegeben“, so Werksleiter Rudolf Stark. Seine Reaktion: ein Rundschreiben: „Die Arbeitsordnung bietet hinreichende Möglichkeiten, die Störung des Arbeitsfriedens bzw. die Beschädigung von Firmeneigentum disziplinarisch zu ahnden. In besonders schweren Fällen würde dies auch zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses führen müssen.“ mcb

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