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Trump und Chamenei heizen Konflikt an

Scharfe Worte zwischen US-Präsident und Ajatollah zu Iran-Protesten schüren Eskalationsangst

Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump und persönlichen Angriffen von Irans oberstem Führer Ali Chamenei wächst die Sorge vor einer militärischen Eskalation. Dem Nachrichtenportal Politico sagte Trump: „Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen.“ Iran-Experten warnten Trump vor einer gezielten Tötung Chameneis. Ein Angriff auf ihn hätte weitreichendere Konsequenzen als eine konventionelle Militäroperation.

Zuvor hatte Chamenei den US-Präsidenten als „Verbrecher“ bezeichnet. Er machte ihn für Opfer und Schäden bei den jüngsten Massenprotesten verantwortlich. Amerika müsse zur Verantwortung gezogen werden, so Chamenei. Das US-Außenministerium warnte den Iran vor Angriffen auf US-Stützpunkte und kündigte für diesen Fall eine entschlossene Reaktion an.

Irans Justiz widersprach Trumps Behauptung, die Hinrichtungen von 800 Menschen seien gestoppt worden. Trump hatte damit unter anderem den Verzicht auf einen Militärschlag begründet. Der Teheraner Staatsanwalt Ali Salehi sagte laut staatlicher Rundfunkagentur Iribnews, die Reaktion der Justiz werde entschlossen, abschreckend und schnell sein.

Ein Justizsprecher erklärte laut Iribnews, es seien bislang keine Todesurteile im Zusammenhang mit den Protesten verhängt worden. Dies sei „ein strenger und langwieriger Prozesse“, der Monate oder Jahre dauern könne

Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. Einige Menschen seien auf „unmenschliche, brutale Weise“ getötet worden. Der oberste Führer machte dafür die „Aufständischen“ verantwortlich.

Der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und Begleitschiffe sind US-Medienberichten zufolge auf dem Weg in die Region. Auch würden zusätzliche Kampfjets und Raketenabwehrsysteme dorthin verlegt. (dpa)

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