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Traurige Pfeffersäcke

■ Der Pfeffer wächst zu schnell, die Preise sacken in den Keller

, die Preise sacken in den Keller

Die Zeiten gepfefferter Gewinne im Gewürzhandel sind vorbei. „Die Überproduktion durch verbesserte Anbaumethoden in den Erzeugerländern und der niedrige Dollarkurs haben die Preise in den Keller sinken lassen“, jammert die Importbranche in Hamburg — dem weltweit drittgrößten Umschlagplatz für Gewürze (nach Singapur und New York). Deutsche Hobbyköche und Verbraucher merken unterdessen wenig vom Preisverfall. Kein Wunder: Den größten Anteil beim Verkauf der Kostveredler schlucken die Kosten für Verpackung und Vertrieb.

Einen steilen Preissturz erlitt insbesondere der Deutschen liebste Würze — der Pfeffer. „1985 wurde weißer Pfeffer noch für 15 Mark das Kilo gehandelt. 1992 erreichte er mit 1,70 Mark seinen Tiefpunkt und liegt jetzt wieder bei 3,10 DM“, schildert der Sprecher der Hamburger Gewürzimporteure, Heinrich Jantzen, die Situation. Wenn der Kilopreis unter die „magische Marke“ von drei Mark sinke, werde es „traurig“: „Da können wir die Kosten kaum mehr verdienen“. Viele Händler machten in den vergangenen Jahren Konkurs — heute lebten nur noch eine „handvoll Importeure“ von dem wohlschmeckenden Geschäft.

Ob Pfeffer, Zimt, Paprika oder Ingwer — allein in Hamburg werden pro Jahr insgesamt rund 45000 Tonnen der edlen Blüten, Knospen, Wurzeln und Rinden aus Übersee umgeschlagen. Etwa 34000 Tonnen der zumeist in Jutesäcken verpackten Würze blieben 1991 im Lande und erbrachten einen Warenwert von 133,6 Millionen Mark — der Rest ging in die Nachbarstaaten.

Der durchschnittliche Bundesbürger verspeist pro Jahr 800 Gramm Gewürze. Zum Vergleich: Österreicher rühren jährlich 1360 Gramm in Suppen, Saucen und Eintöpfe, die Amerikaner bringen es pro Kopf auf ungefähr 1000 Gramm. Küchenkräuter von heimischen Äckern werden dabei nicht erfaßt.

Eine der wertvollsten Blüten ist die Vanille: Die gerade mit 203 Tonnen gehandelte edle Würze hatte einen Handelswert von 27 Millionen Mark, also einen Kilopreis von 133 Mark.

Obwohl sich das Klischee der reichen Pfeffersäcke hartnäckig hält, läßt sich derzeit nur eine Würze gegen Gold aufwiegen: Safran. Für Spitzenqualitäten dieser Krokuspflanze muß der Verbraucher im Laden bis zu 6000 Mark pro Kilo hinblättern. dpa

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