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■ Toller WahlkampfauftaktTor verNagelt

Politik ist langweilig. Nicht immer. Den ehemaligen Wahlkampfmanager und Bausenator Wolfgang Nagel (SPD) stört insgeheim schon lange, daß die jetzige Spitzenkandidatin Ingrid Stahmer bislang nur einschläfernde Sprüche einfielen wie der vom „Dialog mit dem Bürger“. Auch wenn diesmal jemand anderes den SPD- Wahlkampf managt, will Nagel seine Partei nicht im Schlafwagen an die Macht rollen lassen. Sondern auf der politischen Überholspur. Der Senator will das Brandenburger Tor verbarrikadieren.

Nagel hätte den Zeitpunkt seines provokanten Plans nicht geschickter wählen können. Die halbe Welt wird dann auf diese Stadt gucken, nur weil dank Christo der Reichstag nicht mehr zu sehen sein wird. Dann schaltet Nagel präventiv die Bündnisgrünen aus, die ja schon einmal überraschend das Tor stundenlang blockierten und damit kostenlos Werbeminuten in den „Tagesthemen“ und im japanischen Fernsehen schalten konnten. Zum anderen kann bei dieser Art Wahlkampf jeder mitmachen: Der ADAC ruft seine Mitglieder zum automobilen Sturm der Barrikaden auf, die Ökos werfen sich engagiert vor die Blechlawine. Nur die Polizei weiß vermutlich nicht, ob sie das Tränengas nun zwischen Fußgänger oder in Cabriolets werfen soll. Da sage noch mal einer, wir lebten in Posemuckel. Dirk Wildt

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