piwik no script img

Töpfer will Giftmüll aus Rumänien heimholen

■ Er möchte das deutsche Ansehen schützen

Berlin (taz) – Der Rücktransport von 425 Tonnen Giftmüll aus Rumänien soll zunächst aus Bundesmitteln bezahlt werden. Das verkündete am Wochenende Umweltminister Klaus Töpfer. Zugleich aber drohte er seinen Amtskollegen aus den Ländern einen Gesetzentwurf an, der die finanzielle Beteiligung der Länder bei vergleichbaren Aktionen festschreibt. Die teilweise nur in Papptrommeln verpackten Altpestizide, Nervengifte und Lackabfälle, die in Rumänien bereits das Trinkwasser verseucht haben, sollen zunächst in Sachsen-Anhalt zwischengelagert werden.

Obwohl die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (Laga) vor Monaten versprochen hatte, die mehr als 2 Millionen Mark teure Aktion zu finanzieren, weigerte sich Bayern bis zum Schluß, seinen Anteil beizusteuern. Schleswig-Holstein und das Saarland, die ihren Haushaltssack ebenfall standhaft zuhielten, lenkten erst in der letzten Woche ein. Aber auch Umweltminister Töpfer kann sich keineswegs des Versuchs rühmen, die Umweltverseuchung in Rumänien mit Nachdruck verhindert zu haben.

Schon im Mai gab er seinem Amtskollegen in Rumänien das Versprechen, daß der deutsche Dreck zurück in die Heimat geholt würde. Aber obwohl klar war, daß spätestens mit Einbruch des Winters eine akute Gefahr für die Bevölkerung bestand, wurde der Rückholtermin erst auf Mitte Januar festgelegt.

Nach der Baseler Konvention ist die Bundesregierung verpflichtet, illegale Giftmüllexporte zurückzunehmen. Töpfer begründete sein Engagement jetzt damit, daß er „schwere Schäden für das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland abwenden“ wolle. Es sei nicht zu vermitteln, daß die deutsche Administration das Problem nicht regeln könne. Reportage Seite 11

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen