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Tödliche Schlamperei

Chemiefabrik bei Toulouse explodierte vermutlich in Folge nachlässiger Wartung verrotteter Anlagen

TOULOUSE dpa ■ Die Explosion in einer Chemiefabrik bei Toulouse am vorigen Freitag ist wahrscheinlich auf Nachlässigkeit und verrottete Anlagen in dem Nitratlager zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft schloss ein Attentat aus. Chemische Prozesse hätten möglicherweise über Jahre eine Hitzequelle aufgebaut, die zu der erdbebenartigen Explosion geführt haben könnte, meinte Staatsanwalt Michel Breard. Fabrikdirektor Serge Biechlin wies Vorwürfe über „Nachlässigkeit“ zurück. Das Ammoniumnitrat sei „unter normalen Bedingungen“ gelagert worden.

Die zum Konzern TotalFinaElf gehörende Chemiefabrik AZF wurde fast dem Erdboden gleichgemacht. Bei der Katastrophe starben mindestens 29 Menschen, 782 wurden verletzt. Der Schaden dürfte nach ersten Schätzungen rund 1,8 Milliarden Mark betragen. 10.000 Wohnungen, Schulen, Geschäfte und auch ein Krankenhaus wurden zerstört oder beschädigt.

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