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Todschlag

■ Das Marlene-Musical (nicht mehr) am Ku'damm

„Das Publikum hat immer recht“, hatte Friedrich Kurz anläßlich der Premiere seines Marlene-Muscials im April kämpferisch erklärt. Zwei Monate später, „Sag mir, wo die Blumen sind“ welkte am Ku'damm vor sich hin, klang der gleiche Satz schon etwas zerknirscht – jetzt ist es direkt ein wenig traurig.

Nach der Vorstellung am Mittwoch mußte der Musical-Zar seinen Schauspielern mitteilen, daß das rechthaberische Publikum ihr Kunsthandwerk partout nicht gut finden will. Die Zuschauer blieben trotz größter Werbeanstrengungen, bester Hotels und hauptstädtischstem Ambiente konsequent zu Hause. Jetzt ist das Unternehmen „Marlene“ pleite, Gagen sollen angeblich schon seit Mai nicht mehr gezahlt worden sein, der umsichtige Bühnenvermieter Wolffer, dem nun täglich 12.000 Mark Mieteinnahmen fehlen, ließ vorsorglich die Schlösser seines Hauses auswechseln. In sechsstelliger Höhe ist Friedrich der Große mit der Miete im Rückstand, Anwälte sollen nun eintreiben, was bei der Lighthouse Musical GmbH noch zu holen ist.

Das Berliner Theatersterben hält also an, unumwunden müssen wir nun doch Günther Rühles Tagesspiegel-Kampagne recht geben: Kaum ist das Schiller Theater abgewickelt, geht die nächste Kulturhochburg in die Knie. Nix mit „Erneuerung des Musicals“, nix mit bis ins Jahr Zweitausend spielen. Auf was kann man sich in dieser kulturlosen Stadt eigentlich noch verlassen? Vielleicht noch auf die Amateure von Hertha BSC. Wenn überhaupt. Klaudia Brunst

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