: Timm vor Wiederwahl
■ Anhörung: Uni-Rektor machte das Rennen
Mit 17 von 20 Stimmen entschied sich der Akademische Senat der Bremer Universität gestern nach Anhörung der beiden Kandidaten für den im September wiederzubesetzenden Rektoren-Posten für den bisherigen Uni-Rektor Jürgen Timm. Drei AS-Mitglieder enthielten sich der Stimme, Timms einziger Gegenkandidat, Erhard Klinke, bekam achtbare elf Stimmen (Mehrfachnennung war möglich). Damit wurden beide Kandidaten für die endgültige Entscheidung des Konvents am 29. Januar vorgeschlagen.
Erhard Klinke, bis 1987 Rektor der Medizinischen Universität in Lübeck, danach Ministerialrat im schleswig-holsteinischen Kultusministerium, werden jedoch kaum noch Chancen gegeben. Er habe sogar schon frühzeitig überlegt, seine Bewerbung angesichts des übermächtigen uni-internen Kandidaten wieder zurückzuziehen, erklärte Klinke gestern bei seiner Anhörung. Daß er sich überhaupt als Gegenkandidat zur Verfügung gestellt hatte, wurde deshalb am Rande der Anhörung mit Respekt begrüßt.
In seiner Vorstellung gelang es dem seit zehn Jahren amtierenden Rektor Jürgen Timm, geschickt auf die Interessen der verschiedenen inneruniversitären Gruppen einzugehen. Den StudentInnen versprach er, die Disparitäten zwischen Forschung und Lehre zu beseitigen und die Gewichte in Richtung Lehre zu verschieben. Den VertreterInnen aus dem Dienstleistungssektor hatte er schon frühzeitig signalisiert, daß die Zeit der großen Stelleneinsparprogramme vorbei sei.
Timms Ankündigung, daß sich die Universität nach der Schwerpunktsetzung auf den Natur- und Ingenieurwissenschaften nun wieder verstärkt der Entwicklung der Geisteswissenschaften widmen müsse, lag auch ganz im Mainstream der Rektorenkonferenz. Nach der Etablierung Bremens in der deutschen Hochschullandschaft könne man nun wieder Reformprojekte in Angriff nehmen. J.G.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen