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Thema heute: Hochschulpolitik

Welche Studentin, welcher Student kennt das nicht: die Suche nach einem Sitzplatz in überfüllten Hörsälen, die Verlosung der begehrtesten Seminarplätze, die Jagd nach raren Lehrbüchern in den Bibliotheken. Und auch die Ergebnisse dieser Art des Studiums sind bekannt: Studienabbruch, Studienwechsel, „zu alte“ Studienabgänger. Doch es fehlt an überzeugenden Reformvorschlägen. Die Diskussionen drehen sich noch immer um die alte Frage: Soll und kann „der Staat“ es sich „leisten“, möglichst breiten Schichten der Bevölkerung eine „höhere Bildung“ zu ermöglichen? Oder sollen die Universitäten unter stärkerer Auslese nur noch die Bewerber aufnehmen, für die auch Arbeitsplätze zur Verfügung stehen?

Ein Beispiel für diese Form der Planwirtschaft waren jahrzehntelang die real-sozialistischen Staaten Osteuropas, eine weitreichende Öffnung der Universitäten vollzog sich dagegen in Frankreich. Doch hier wie dort stehen heute Veränderungen an. In Osteuropa will man eine stärkere Selbständigkeit der Studenten und eine Orientierung auf die Erfordernisse der Marktwirtschaft. In Frankreich muß die Ausbildung an den „normalen“ Hochschulen gegenüber den privaten Eliteinstituten aufgewertet werden. Über völlig neue Studienformen denkt derweil die Frauenforschung nach: die Gründung einer „Technischen Universität für Frauen“.

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