: Thema: Sefarad — Ort der jüdischen Sehnsucht
Am kommenden 31.März ist es genau 500 Jahre her, seit Zehntausende Juden durch ein königliches Edikt aus Spanien vertrieben wurden. Sefarad, wie die Juden Spanien nennen, ist seither in ihrer Erinnerung lebendig geblieben als das Land, in dem sie ihre größte Blüte erlebten. Sowohl unter arabischer als auch unter christlicher Herrschaft sind die Juden hier — zumindest eine Zeitlang — zu großem Ansehen gekommen. Aus ihren Reihen kamen Astronomen und die Ärzte der Könige; Dichter und Übersetzer, Kartographen und Mystiker. Im Zusammenleben zwischen Arabern, Christen und Juden gab es Zeiten der Toleranz und des gegenseitigen Respekts. Doch unter den katholischen Königen mußte die Vielfalt der Einheit weichen. Während die Sefardis ins Osmanische Reich und nach Nordafrika, nach Europa und später in die Neue Welt auswanderten, versank Spanien in Intoleranz und intellektueller Dürre. Die vor 100 Jahren noch große sefardische Gemeinde in Saloniki wurde von den Nazis ausgelöscht. Heute gibt es noch in Istanbul eine große jüdische Gemeinde. Und langsam auch wieder in Spanien, dem alten Sefarad.
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