Tesla in Brandenburg: Ermittlungen gegen Werksleiter
Hat ein Vertreter der IG Metall bei einer Betriebsratssitzung des E-Auto-Bauers heimlich mitgeschnitten? Diese Frage beschäftigt nun auch die Justiz.
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dpa Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Strafanzeige der IG Metall gegen den Werksleiter des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin, André Thierig. „Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen übler Nachrede eingeleitet“, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Strafanzeige sei bereits am Freitag vergangener Woche eingegangen. Darüber hatten mehrere Medien berichtet.
Zuvor hatte Tesla Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Gewerkschaftssekretär der IG Metall wegen des Vorwurfs eines unerlaubten Mitschnitts der Betriebsratssitzung. Die Behörde leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz ein.
Die Gewerkschaft hatte den Vorwurf gegen den Mann zurückgewiesen. Ihm wird vorgeworfen, in einer Betriebsratssitzung am 10. Februar in dem Werk in Brandenburg mit einem Laptop heimlich eine Tonaufnahme angefertigt zu haben.
Tesla verweist auf Zeugen
Der Gewerkschafter hatte laut IG Metall keine Möglichkeit, das zu entkräften. Tesla alarmierte die Polizei und stellte laut Werksleiter Thierig Strafanzeige.
Der Werksleiter hatte gesagt, es gebe „mehrere Dutzend Zeugen, vor denen der IG-Metall-Vertreter geäußert hat, dass er angeblich vergessen habe, sein Mikrofon abzustellen“. Die IG Metall sprach dagegen von einer Schmutzkampagne des Autobauers.
Der Konflikt zwischen Tesla und der IG Metall besteht schon länger. Er hat sich kurz vor der Betriebsratswahl zugespitzt. Die Gewerkschaft dringt auf Einführung eines Tarifvertrags, was das Unternehmen nicht für notwendig hält. Im einzigen europäischen Tesla-Werk von Firmenchef Elon Musk arbeiten rund 11.000 Beschäftigte.
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