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Telefonkette

■ Eine Initiative in Fürstenberg begegnet der Skin-Gewalt

Heino Winkler ist evangelischer Diakon in der brandenburgischen Kreisstadt Fürstenwalde. Im hiesigen Reifenwerk haben früher Vietnamesen gearbeitet, erzählt er. Untergebracht waren sie jenseits der Spreebrücke, am Ortsende in einem Plattenbau. Heute wohnen hier über 300 AsylbewerberInnen. Winkler hat mit seiner Frau, die Pfarrerin ist, dem Leiter des Diakonischen Werkes am Ort und einigen anderen eine Telefonkette verabredet: Der Bahnhofsbeamte weiß Bescheid, und wenn ein Trupp Skins aus dem Zug steigt, ruft er an. Am Samstag nachmittag kamen sie: 75 „ganz, ganz junge Kerle“: Skins. Sie versuchten, über die Spreebrücke zum Heim zu gelangen. Diesmal kamen sie zwar nicht durch, wurden von der Polizei vorher abgefangen. Aber der Freundeskreis mobilisierte trotzdem und sorgte dafür, daß in der darauffolgenden Nacht dreißig Leute vor dem Asylbewerberheim abwechselnd Wache hielten.

„Ein bißchen Mut gehörte schon dazu“, sagt Diakon Winkler, „aber es kamen dann auch noch einige Leute aus Berlin, da waren wir mehr, und das gibt einem mehr Sicherheit.“ Ob er meint, daß die Initiative jetzt über Kirchenmitglieder auch andere Fürstenberger einbeziehen sollte? „Im Moment ist es ganz gut, daß es ein kleinerer Kreis bleibt, der sich kennt und wo man sich gegenseitig vertraut.“ MR

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