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Taslima Nasrin

■ betr.: „Von Bangladesch aus kämpfen“, „Eine Gefangene der Welt“, taz vom 3.8.94

Seit November '93 verfolge ich die Entwicklung um Taslima Nasrin. Ich bin stolz auf die taz, die ausführlich darüber berichtet und vor allem die Briefe an Taslima abdruckt! Es ist mir rätselhaft, was für einen „Gott“ die sogenannten Fundamentalisten vertreten, im Koran jedenfalls heißt es bekanntlicherweise: „Kein Zwang sei im Glauben!“ (Sure 2:256). Ismail Mohr, Köln

Es ist lobenswert, sich an der Aktion „Briefe an Taslima Nasrin“ zu beteiligen. Bei der Veröffentlichung der Briefe sollte aber darauf geachtet werden, daß die Autoren auch tatsächlich was zu sagen haben! Was hatte Daud Haider zu sagen?

Am Anfang seines „Briefes“ schlägt er Frau Nasrin gegenüber einen Ton an, wie ein besserwisserischer Vater („Es mag sein, daß in Deinen Gedichten die bengalische Metrik manchmal nicht ganz stimmt.“). Nebenbei teilt er ihr noch mit, was sie alles geschrieben hat („Du hattest mehr als 15 Bücher geschrieben...“), offenbar um zu demonstrieren, daß er sich über sie informiert hat. Danach verwendet er zwei Drittel des Briefes dafür, Taslima Nasrin die Situation in ihrem eigenen Land zu schildern; und das nach zwanzigjähriger Abwesenheit. Für den einen oder die andere taz-Leserin mögen diese Informationen interessant gewesen sein, waren jedoch in der taz schon vor Tagen zu lesen. In einem Brief an Taslima Nasrin haben solche Belehrungen jedenfalls nichts verloren! [...]

Den Gipfel der Unverschämtheit erlaubt er sich jedoch erst am Schluß, als er Taslima Nasrin auffordert, im Land zu bleiben und damit ihr Leben zu riskieren (wie er ja selber zugibt), während er von Berlin aus Diskussionsrunden und Briefaktionen organisiert. Ich finde es peinlich, daß die taz sich für die Selbstdarstellung solcher Schriftsteller hergibt. [...] Andreas Beyer, Osnabrück

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