piwik no script img

Talking Mbira

Spirituelle Seance mit Stella Chiweshe aus Simbabwe in der ufafabrik

Stella Chiweshe spielt heute um 20.30 Uhr in der ufafabrik, Viktoriastraße 10–18. Eintritt 15/12 €

Der Klang der Mbira ist halluzinierend, kreisend, meditativ. Er entführt die Zuhörer in eine Welt, in der die Zeit keine Rolle mehr spielt. Die Stücke sind lang, das Instrument klingt immer besser, je wärmer es wird. Die Mbira ist ein Daumenklavier aus platt geschlagenen Nägeln, Muscheln und Kronkorken.

Stella Chiweshe aus Simbabwe ist als weibliche Mbira-Spielerin eine Besonderheit in ihrem Land. Als sie in den 60er-Jahren das Instrument erlernte, war das Spiel auf der Mbira ausschließlich den Männern vorbehalten. Sie setzte sich über diese konservative Haltung hinweg und spielte zunächst auf Familienfesten, traditionellen Regen-Zeremonien und anderen Ritualen. Die Pop-Arrangements eigener Mbira-Kompositionen machten sie über die Grenzen Afrikas hinaus bekannt. „Wenn ich singe, erzähle ich das, was ich sehe und fühle. Ich singe das, was ich in meinen Visionen sehe, an einem weit entfernten Ort …“ Das Mbira-Spiel geht über den bloßen Wohlklang der mit ihr erzeugten Töne weit hinaus: Mit den tranceartigen Klängen wird Kontakt zu Geistern und Ahnen aufgenommen und das Spiel soll eine heilende Wirkung auf die Zuhörer haben. „Denken Sie nicht darüber nach, was ein Mbira-Spieler singt, konzentrieren Sie sich auf die Klänge“ rät sie ihrem Publikum, und das zu Recht: Der intuitive Zugang zu Stella Chiweshes Musik macht ein Textverständnis tatsächlich überflüssig. Man hört, lässt wirken und gibt sich hin. Heute Abend haben wir die seltene Gelegenheit dazu. SUK

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen