piwik no script img

Tach auchFurunkelbruder

■ Die neue kleine und erbauliche Montagskolumne der taz / 48. Versuch

Warum ich niemals einer Frau meinen Pullover leihe, wollen Sie wissen? Jaha! Eine typische Herbstfrage. Andere typische Herbstfragen sind: Wieso haben Männer von einem gewissen Alter an einen Übergangsmantel und ich nicht? Oder: Mit welchem Lebensalter beginnt der Herbst des Lebens? Und: Erlebt, wer mit 21 stirbt, seinen persönlichen Herbst mit 16? Oder: Sollte man am Innovationspreis Grabgestaltung teilnehmen, den die bundesweite Verbraucherorganisation für Friedhof und Bestattung Aeternitas e.V. jährlich auslobt? Preise gibt es für die innovativsten Grabstätten und begeisternde Ideen zur Grabbepflanzung. 500 Mark für den ersten Platz plus Veröffentlichung im Trendforum Trauerkultur.

Ich persönlich lobe hiermit einen Preis für den gruftigsten Zeitschriftentitel aus. Der Gewinner erhält eine Würdigung in der taz. Der gruftigste Zeitschriftentitel 1999 ist (Tusch!!!): Trendforum Trauerkultur!!! Allein diese allerliebste Alliteration, ja doppelbödig-dornige Doppelalliteration, gepaart mit einem vierfachen „u“-Einsatz und fünf mal gerolltem „r“! Machen Sie das mal nach! Was sagen Sie? Furioser Furunkelbruder? Das sei ein Fachblatt für die organisierte Nichtsesshaftenhilfe??? Na hören Sie mal!

Warum ich einem nichtsesshaften Furunkelbruder meinen Pullover schenken, einer Frau meinen Pullover aber noch nicht einmal leihen würde, erklärt sich übrigens wie folgt: Frauen streifen sich beim Ausziehen meinen Pullover immer so über den Kopf, dass nachher die Ärmel auf links sind. Ärmel auf links aber hasse ich mehr als das Wort „Übergangsmantel“. Burkhard Straßmann

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen