TV-Talk Günther Jauch: Stinke, Stinke, Stinke
Bei Jauch ging es am Sonntag um die griechische Krise. Auch Finanzminister Yanis Varoufakis war zugeschaltet. Besonders lustig: ein Video.
BERLIN taz | Bei Günther Jauch war am Sonntagabend ein besonderer Gast: Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis, der per Live-Stream zugeschaltet wurde. Ihm „gegenüber“: Bayerns CSU-Finanzminister Markus Söder, der Kolumnist Ernst Elitz, die taz-Journalistin Ulrike Herrmann und natürlich Günther Jauch. Varoufakis wurde offensichtlich zugeschaltet, um sich gegenüber dem Fernsehpublikum zu rechtfertigen, warum „die Griechen“ jetzt eigentlich so schlecht haushalten und immer, immer mehr Geld wollen. Und schon witzelten und kritisierten die ersten Kommentatoren – vornehmlich Medienleute – auf Twitter.
Zum einen betraf das die Art und Weise, in der sich der Moderator an sein Publikum richtet und auch vorgibt, für sein Publikum zu sprechen. „Wir Deutsche“ sorgt schon bei manchen für Übelkeit.
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Jedes Mal wenn #Jauch sagt "uns Deutschen", springt mein Pass aus der Schublade und jault vor Schmerz auf.
— Fraeulein Bruenett (@Frl_Bruenett) 15. März 2015
Einige ließen sich aber auch über den Debatten-Stil von CSU-Politiker Söder aus.
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Dieser bayerische Oberlehrer trägt wirklich nicht dazu bei, das Bild der Deutschen in Griechenland zu entspannen #jauch
— Andreas Petzold (@andreaspetzold) 15. März 2015
Für die größte Aufregung sorgte aber das Stinkefinger-Video, das Jauch einblenden ließ, mit einem Zitat des heutigen Finanzministers Varoufakis. Es zeigt diesen auf einer Konferenz in 2013. Damals war Varoufakis noch Professor für Ökonomie. Angeblich soll der Mittelfinger in dem Filmchen an Deutschland gerichtet sein, begleitet von entsprechenden Worten. Varoufakis dementierte. Das Ganze sei „doctored“ – was soviel heißt wie manipuliert oder verändert. Er habe niemals die Dreistigkeit bessen, eine respektlose Botschaft wie diese an Deutschland zu richten, erklärte Varoufakis. Jauch guckte pikiert. Wie war das denn nun?
Medienjournalist Stefan Niggemeier kritisiert auf seinem Blog, dass vor allem vermisst wurde, den Kontext der Äußerung zu nennen. Nach Angaben der dpa erklärte die Produktionsfirma der Sendung am Montagmorgen, sie werde nun überprüfen, was an den Fälschungsvorwürfen dran sei.
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#Varoufakis #nichtmanipuliert #Jauch pic.twitter.com/HnsS7Dl0xS
— s.i. (@sersso) 16. März 2015
Während die Fragen um die konkrete Situation der Äußerung noch für Ärger sorgen, erfreuen sich andere über Mittelfinger im Allgemeinen – und beglücken die Welt mit lustigen Gifs.
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