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Süße Vorkriegsgeplänkel

Bäcker benennt „Amerikaner“ um in „Grönländer“

Bäckerfoto: dpa

Woran erkennt man, dass ein Krieg droht? An der Einführung von Rabbatmarken, an der Sperrung des Luftraums eines Landes und an der Umbenennung traditioneller Esswaren aus politischen Gründen. Jetzt hatte der Lüneburger Bäcker Jannik Harms eine Idee, wie dpa am Donnerstag berichtete: Er benannte den klassischen „Amerikaner“ um in „Grönländer“. Dolle Sache, das! Die Antwort eines kleinen Bäckers auf den großen Präsidenten Trump, der sich aggressiv Grönland einverleiben möchte. Allüberall wird die süßliche Idee gefeiert, so neu aber ist sie nicht. Im Ersten Weltkrieg wurde in den USA aus dem „Hamburger“ das „Liberty Sandwich“, in Australien aus dem „Berliner“ der „Kitchener Bun“. Im Irakkrieg 2003 tauften amerikanische Konservative die „French Fries“ um in „Freedom Fries“. Und jetzt also „Grönländer“. Dabei geht der Name „Amerikaner“ zurück auf das Backtriebmittel Ammoniumhydrogencarbonat, weshalb die rundlichen Süßstücke zunächst „Ammonikaner“ und in der DDR „Ammonplätzchen“ hießen. Am besten wäre, das Gebäck würde „Trumpianer“ heißen, dann könnte man den plumpen Stutenkerl einfach aufessen.

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