Sturmtief legt Bahn lahm: Fernverkehr abgeblasen

Die Bahn hat wegen eines Herbststurms den Zugverkehr in Teilen des Landes eingestellt. Für die Nordsee gibt es Sturmflutwarnungen. Auch in Frankreich gibt es Probleme.

Eine Person mit fliegendem langen Haar im Wind.

Ignatz bringt Sturm ins Haar und eingestellten Bahnverkehr im Westen von Deutschland Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

BERLIN dpa/afp | Das Orkantief über Deutschland hat am Donnerstag zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sei der Bahnverkehr bis auf Weiteres eingestellt, teilte die Deutsche Bahn am Mittag mit. Wie es hieß, komme es wegen des Unwetters bundesweit zu Verspätungen und Zugausfällen.

Schon am Vormittag hatte die Bahn mitgeteilt, dass in Nordrhein-Westfalen der Fernverkehr komplett eingestellt sei. Am frühen Nachmittag hieß es jedoch, der Zugverkehr werde dort auf ersten Strecken bereits nach und nach wieder aufgenommen. Es komme jedoch weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands. Wie lange die Behinderungen andauerten, sei noch nicht abzusehen. So dauern die Aufräumarbeiten auf der Strecke Düsseldorf und Köln weiter an, auch sei die ICE-Strecke nach Wuppertal noch nicht befahrbar, sagte ein Sprecher.

Besonders betroffen waren laut Bahn auch das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. „Hunderte Mitarbeitende sind im Einsatz, um Bäume und andere Hindernisse aus den Gleisen zu räumen, Oberleitungen zu reparieren und Schäden aufzunehmen“, teilte eine Sprecherin mit.

Fahrgäste, die aufgrund des Unwetters ihre Reise verschieben wollen, könnten ihr gebuchtes Ticket ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach dem Ende der Störungen einlösen.

Die erste heftige Herbsturmfront des Jahres hatte in der Nacht zum Donnerstag weite Teile Deutschlands erfasst und für Schäden gesorgt. Nach Angaben von Feuerwehr und Rettungsdiensten stürzten vielerorts Bäume um, von gravierenderen Vorfällen war zunächst jedoch nichts bekannt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verschärfte in der Nacht seine Sturmwarnungen für einen breiteren Streifen in der Mitte des Landes, über den das Zentrum des Sturmtiefs hinweg zog. Vom Saarland über Rheinland-Pfalz und Teile Hessens, Nordbayerns und Baden-Württembergs bis nach Sachsen-Anhalt und Thüringen galt eine Unwetterwarnung wegen orkanartiger Böen. Warnungen gab es außerdem für Höhenlagen in Mittelgebirgen wie dem Erzgebirge.

Warnung vor Sturmflut

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte unterdessen vor einer Sturmflut an der Nordsee sowie im Weser- und Elbegebiet. Das Nachmittag- beziehungsweise Abend-Hochwasser werde am Donnerstag an der Nordseeküste einen bis 1,50 Meter und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser eintreten, hieß es. Weitere Sturmfluten am Freitag seien nicht ausgeschlossen. Der Scheitelpunkt in Hamburg-St.-Pauli soll am Donnerstag um kurz nach 18.00 Uhr erreicht werden. Er dürfte aber nur ganz knapp über der Sturmflutmarke liegen. Damit sind im gut durch Deiche geschützten Hafengebiet keine Schäden zu erwarten.

Schäden auch in Frankreich

In Frankreich ist nach dem Durchzug des Sturmtiefs für Zehntausende Menschen der Strom ausgefallen. Nach Angaben des Netzbetreibers Enedis waren am Donnerstag rund 250.000 Haushalte im Norden des Landes ohne Strom.

Das Tief „Aurore“ war seit Mittwochnachmittag über den Norden Frankreichs hinweggezogen. Zahlreiche Bäume stürzten um, Häuser wurden abgedeckt. Auch hier war der Zugverkehr erheblich gestört. In der besonders betroffenen Region Normandie wurde der Bahnverkehr komplett eingestellt. Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF war der Bahnbetrieb am Donnerstagmorgen von der Bretagne bis zum Elsass weiter deutlich beeinträchtigt. Erst im Laufe des späten Vormittags sollte er sich wieder normalisieren.

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