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Studierende streiken weiterWeihnachten im Hörsaal

Trotz erster Erfolge wollen die Studierenden der Berliner Unis ihren Streik fortsetzen. Auch über die Weihnachtsfeiertage sollen die Hörsäle an Humboldt- und Freier Universität besetzt bleiben.

Berlin richtet sich schon lange nicht mehr nach dem Geschehen in Bonn - außer im Bildungsstreik. Von Mitte November an fieberten die BesetzerInnen in den Berliner Hörsälen auf den geplanten Höhepunkt des Streiks hin: die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Bonn. Alles sollte auf diesen Termin hinauslaufen, noch mehr Studierende sollten mobilisiert und PolitikerInnen unter Druck gesetzt werden.

Am Tag danach ist das Ergebnis ernüchternd: Während in Bonn zwischen 4.000 und 10.000 StudentInnen demonstrierten, versammelten sich in Berlin nur rund 100 Studis zu einer Solidaritätskundgebung am Rosenthaler Platz. Beim Auftakt der Proteste vor einem Monat waren es noch 15.000 Demonstrierende.

"Wir haben drei Busse organisiert, die nach Bonn gefahren sind", erklärt Erik Marquardt vom Asta der TU die geringe Teilnehmerzahl der Kundgebung in Berlin. Insgesamt 250 Studierende der verschiedenen Berliner Hochschulen seien zur Demo gefahren.

"Wir haben uns darauf konzentriert, Leute nach Bonn zu schicken", sagt auch Andre, Mitglied der Öffentlichkeits-AG an der Freien Universität (FU), der seinen Nachnamen nicht nennen will. "Außerdem müssen wir ja auch noch den Hörsaal besetzen." Bei der Hörsaalbesetzung an der FU schwankten die Zahlen der TeilnehmerInnen zwischen 20 und 30 am Tag und rund 50 am Abend. "Wir wissen, dass das keine repräsentative Masse ist", meint Andre. Mit den Beschlüssen der Konferenz und den Zugeständnissen der Unileitung sind die BesetzerInnen in der Silberlaube noch nicht zufrieden. "Wir können zwar mittlerweile mit den zuständigen Gremien über unsere Forderungen sprechen", sagt Andre. Allerdings vermutet er darin eine "Umarmungstaktik", mit der die Studierenden hingehalten werden sollen.

Zufriedener ist man derweil an der HU: "Wir haben einiges erreicht", resümmiert Gerrit Aust vom Asta. In dieser Woche beschloss der Akademische Senat die Aussetzung der Anwesenheitskontrollen bis zum Semesterende. Ohne die Besetzungen hätte man weder im Akademischen Senat etwas durchsetzen noch soviel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen können, meint Aust. Tagsüber besetzten konstant 40 Leute das Audimax.

Um ihre Forderungen dauerhaft durchzusetzen, wollen die Studierenden an HU und FU weiter Hörsäle besetzen. Auch an den Feiertagen: "Wir haben genug Freiwillige, die über Weihnachten und Neujahr im Hörsaal bleiben wollen", sagt Andre.

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