piwik no script img

Streit um Transgender-GesetzVerstoß gegen US-Bürgerrechte

Seit März dürfen Transgender in North Carolina nur Toiletten für ihr Geschlecht laut Geburtsurkunde nutzen. Das US-Justizministerium geht dagegen nun vor.

AFP | Der Streit um ein Gesetz im US-Bundesstaat North Carolina zur Toilettenbenutzung durch Transgender hat sich weiter verschärft. Das Justizministerium schaltete sich am Mittwoch ein und warnte den Gouverneur des Staates, die Regelungen stellten einen Verstoß gegen die Bürgerrechte dar, wie US-Medien berichteten.

Das im März in Kraft gesetzte Gesetz schreibt vor, dass Transgender nur solche öffentlichen Toiletten benutzen dürfen, die dem in ihrer Geburtsurkunde genannten Geschlecht entsprechen. Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den geschlechtlichen Merkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden.

Nach einer Welle des Protests gegen das Gesetz hatte Gouverneur Pat McCrory dessen Reichweite im April eingeschränkt. Es soll nur in staatlichen Einrichtungen gelten, nicht also für öffentliche Toiletten, die sich in Gebäuden der Privatwirtschaft befinden.

Diese Abschwächung des Gesetzes reicht dem Justizministerium in Washington jedoch nicht aus. Die Regelungen verstießen gegen das Bürgerrechtsgesetz von 1964. Dieses verbietet es einem Arbeitgeber, Mitarbeiter aufgrund ihres Geschlechts zu diskriminieren, wie das Ministerium in einem von US-Medien veröffentlichten Brief an den Gouverneur in Erinnerung rief.

Das Ministerium setzte den Berichten zufolge dem Gouverneur eine Frist bis kommenden Montag. Bis dahin soll er mitteilen, „ob er diese Verstöße rückgängig macht“, indem er von einer Umsetzung der Regelungen Abstand nehme. Die Staatsbeschäftigten in North Carolina solle der Gouverneur darüber unterrichten, dass sie im Einklang mit den Bundesgesetzen „die WCs in Entsprechung zu ihrer geschlechtlichen Identität benutzen dürfen“.

US-Präsident Barack Obama hatte kürzlich das Gesetz in North Carolina als „falsch“ bezeichnet und zugleich auch eine ähnliche Regelung im Staat Mississippi zur Einschränkung der Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen kritisiert.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Stilisierter Packshot der wochentaz mit Handy daneben, in dem das wochentaz-Logo und die taz-tazze zu sehen ist. Daneben die Abbildung der Prämie: ein Jockstrap in Weiß und Rot mit taz-Logo

10 Wochen wochentaz + limitierter taz-Jockstrap

Fest an der Seite der queeren Community seit 1978: Mit unserem Pride-Abo der wochentaz gibt's jede Woche progressiven taz-Journalismus in den Briefkasten.

  • Seit ihrer Gründung nimmt die taz kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, für die Belange von queeren Menschen einzustehen
  • Unser Pride-Abo bietet dir diesen taz-Journalismus jede Woche neu in der wochentaz, unserer progressiven Wochenzeitung
  • Du bekommst 10 Ausgaben der gedruckten wochentaz und eine einmalige Prämie als Dankeschön
  • Unser Dankeschön: Der streng limitierte taz Jockstrap – elegant, minimalistisch und ausdrücklich für alle Geschlechter gestaltet

Probeabo & Prämie für nur 25 Euro

Jetzt Angebot sichern

0 Kommentare