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Streik bei LufthansaPiloten und Kabinenpersonal im Arbeitskampf

Der ganztägige Streik der Crews bei Lufthansa zeigt laut Gewerkschaften Wirkung. Noch gibt es bei den Tarifverhandlungen aber keine Bewegung.

Fluggäste warten an einem Lufthansa-Schalter am Flughafen Düsseldorf, 12. Februar 2026 Foto: Federico Gambarini/dpa

dpa/rtr | Die Crewstreiks bei der Lufthansa sind nach Einschätzung der aufrufenden Gewerkschaft erfolgreich angelaufen. „Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben“, sagte Harry Jaeger, Tarifexperte der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) am Frankfurter Flughafen. Der ganztägige Arbeitskampf der Piloten und des Kabinenpersonals begann kurz nach Mitternacht

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Gewerkschaft ‌UFO für das Kabinenpersonal haben zu einem ganztägigen Streik aufgerufen – von 0.01 Uhr bis 23.59 Uhr. Ab Freitag will die Lufthansa „weitestgehend wieder den normalen Flugplan anbieten“.

Die VC will durch den Arbeitskampf bessere Bedingungen bei Betriebsrenten der Lufthansa für mehr als 5.000 Flugzeuglenker erreichen. Auch die UFO rief das Kabinenpersonal bei Lufthansa und Lufthansa CityLine zum Arbeitskampf auf.

Hunderte Flüge betroffen

Am größten deutschen Drehkreuz wurden heute Hunderte Starts und Landungen der Lufthansa gestrichen. Einzelne Flüge gingen an Ziele in Europa und Übersee. Das Unternehmen nannte aber am Morgen keine exakten Zahlen. An den Umbuchungsschaltern der Lufthansa bildeten sich längere Schlangen.

Nach einer Schätzung des Flughafenverbands ADV fallen wegen des ganztägigen Streiks deutschlandweit mehr als 460 Flüge mit 69.000 betroffenen Passagieren aus.

Streit über Betriebsrenten und Arbeitsbedingungen

Die Piloten bestreiken laut VC Flüge der Kernmarke Lufthansa und der Frachttochter Lufthansa Cargo. Auch Anreisen von Cockpitbeschäftigten zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings werden ausgesetzt. ⁠Die VC fordert für die Cockpitbeschäftigten höhere Beiträge zur Betriebsrente. Das Management lehnt das wegen hoher Kosten und geringer Profitabilität der Premiumfluglinie ab.

Die VC ging nach ersten Rückmeldungen von einer hohen Arbeitskampfbereitschaft ihrer Mitglieder aus. Die Pilotinnen und Piloten sind nach einer Urabstimmung bereits seit Oktober streikfähig, ‌läuteten aber ‌erst jetzt den Arbeitskampf ein. „Die Lufthansa muss ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, ⁠dann wird unsere Tarifkommission mit der Lufthansa darüber beraten“, betonte VC-Chef Andreas Pinheiro.

Die rund 20.000 Kabinenbeschäftigten streiken UFO zufolge, weil sich ‌in den laufenden Manteltarifverhandlungen weiter keine Bewegung ‌bei Fragen der Arbeitsbedingungen zeige. Bei der Tochter Lufthansa CityLine gehe es um eine Weigerung des Arbeitgebers, über einen tariflichen Sozialplan zur ‌geplanten Schließung des Flugbetriebs zu verhandeln.

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