■ Strahlenschutzamt verärgert: Stuhlproben fürs BfS
Salzgitter (taz) — Wenn es um Fäkalien geht, ist für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Schluß mit lustig. Als „böses Spiel mit den Ängsten der Bürger“ wertet die in Salzgitter ansässige Behörde einen Streich von AtomkraftgegnerInnen. Die hatten in einem mit BfS-Briefkopf versehenen Schreiben dazu aufgefordert, unmittelbar nach dem Start des umstrittenen Castor-Transportes vom AKW Philippsburg nach Gorleben Stuhlproben an das „Chemische Labor“ des BfS zu senden. Durch die Untersuchung des Kotes, so die anonymen BriefschreiberInnen, könne festgestellt werden, ob von den abgebrannten Brennelementen gesundheitliche Schäden verursacht würden. Bei Nichtbefolgung der „behördlichen Anordnung“ wird in dem in etliche Briefkästen gestopften Papier „eine Geldstrafe bis zu 5.000 DM“ angedroht. „Das Schreiben stammt nicht vom BfS“, heißt es in einer Pressemitteilung der Strahlenschützer. Einen solchen Aufruf gebe es nicht, und er „wäre auch völlig sinnlos, weil dadurch ein Nachweis einer Strahlenexposition bei der Bevölkerung nicht erbracht werden könnte“. Vom Einschicken der Stuhlproben nach Salzgitter sollten die Bürger Abstand nehmen. Als „richtige Reaktion“ auf das Schreiben empfiehlt das Bundesamt: „Werfen Sie es in den Papierkorb.“ Reimar Paul
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