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Strahlendes Opium aus Tschernobyl

■ Moskauer und Pariser Drogenexperten vermuten Anbau von Opium und Marihuana in der Todeszone

Berlin (taz) — Die Strahlenmeßstellen der Republik könnten sich in den kommenden Tagen mit einer ganz neuen Klientel konfrontiert sehen: Kiffer, die zwar inhalieren, sich aber nicht radioaktiv verseuchen wollen. Hintergrund sind Berichte aus der GUS, nach denen in der Todeszone rund um Tschernobyl inzwischen Marihuana und Opium gezogenwird. Die seriöse 'International Herald Tribune‘ berichtete gestern, daß in den tausenden Quadratkilometern Niemandsland rund um den Katastrophenreaktor Rauschgift in großen Mengen angebaut werde. Die IHT berief sich dabei auf einen „Internationalen Verband zur Bekämpfung von Drogenhandel und Mißbrauch“ in Moskau. Das von der EG mitfinanzierte Pariser „Observatoire Geopolitique des Drogues“ bestätigte indirekt die Moskauer Berichte: Nach den Erkenntnissen der Franzosen sind in jüngster Zeit große Mengen radioaktiver Opiumkapseln von Polizisten um die Todeszone herum beschlagnahmt worden. Jama Agalakowa vom Moskauer Verband berichtet, die Polizisten würden die Drogenfunde nicht erst lange untersuchen, sondern aus Angst vor der Strahlung meist schnell verbrennen. Einige der Opiumkapseln seien „ungewöhnlich groß“ gewesen, bis zum Zweifachen des Normalen.

Opium und Marihuana sind traditionelle Ackerbaupflanzen in der Nordukraine. Experten halten es deshalb für durchaus möglich, daß verarmte Bauern aus der Umgebung mit zurückgelassenem Gerät solche Kulturen in der Todeszone anlegen. Das Opium aus der Umgebung von Tschernobyl wird nach Angaben des „Observatoire Geopolitique“ bislang aber nur auf dem osteuropäischen Markt angeboten. ten

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