piwik no script img

Straffreier Todesschuß?

■ Ermittlungen gegen GSG 9 ergebnislos

Hamburg (AP) – Nach der Schießerei in Bad Kleinen hatten alle schnelle und rückhaltlose Aufklärung verlangt. Daraus wird wohl nichts werden. Nach einem Bericht des Spiegels jedenfalls wird die Staatsanwaltschaft Schwerin das Ermittlungsverfahren gegen zwei an dem Einsatz von Bad Kleinen beteiligte GSG-9-Beamte möglicherweise bald einstellen. Auch der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich habe nicht klären können, wer den für das RAF-Mitglied Wolfgang Grams tödlichen Kopfschuß abgab.

Nach dem Zwischenbericht des Züricher Dienstes, der Ende der Woche vorgestellt werden solle, sei nur sicher, daß der Schuß aus der Waffe des mutmaßlichen Terroristen stamme, schrieb das Nachrichtenmagazin. Der Report soll darüber entscheiden, wie die Staatsanwaltschaft in der Todessache Grams weiter vorgeht. Entscheidend für die Behörden sei, aus welcher Entfernung ein Bauchschuß auf Grams abgefeuert worden sei, heißt es in dem Bericht weiter. Die Beamten der GSG 9 hätten behauptet, allenfalls bis auf anderthalb Meter an Grams herangekommen zu sein. Die Bauchwunde habe aber einen Durchmesser von zwölf Millimetern, was auf einen Schuß aus geringerer Entfernung hindeuten könne.

Dem Spiegel zufolge gilt eine Distanz von 90 Zentimetern als entscheidende Marke. Alles, was darunter liege, werde vermutlich eine Anklage gegen die GSG-9-Beamten nach sich ziehen. Aus dem Schweizer Gutachten wird aber wohl hervorgehen, daß der Bauchtreffer aus einer Entfernung von mehr als einem Meter abgegeben wurde. Seiten 4 und 10

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen