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Stolpe undiszipliniert

■ Kirche: Mißbilligung aber keine Disziplinierung wegen Stasi- Kontakte

Potsdam (AFP) – Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hat mit seinen Stasi- Kontakten nach Auffassung der evangelischen Kirche über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg fortgesetzt gegen Kirchenrecht verstoßen. Das geht aus zwei am Freitag abend veröffentlichten gleichlautenden Beschlüssen eines Untersuchungsausschusses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie der Kirchenleitung Berlin-Brandenburg hervor. Darin wird dem Kirchenbeamten im Wartestand eine Mißbilligung ausgesprochen, angesichts der Verdienste des DDR-Kirchenjuristen von weiteren disziplinarischen Schritten jedoch abgesehen. Stolpe räumte in Potsdam ein, er habe sich „gelegentlich im Grenzbereich zwischen Kirche und Staat zu weit vorgewagt“ und würde „vielleicht aus heutiger Sicht manches anders machen“. In den Beschlüssen der Kirche heißt es, Stolpe sei zwar ein Mann der Kirche gewesen, er habe jedoch über einen Zeitaum von 20 Jahren Kontakte zur Stasi unterhalten, „die angesichts ihrer Art und ihres Umfanges mit seinen Pflichten und Aufgaben als Kirchenbeamter nicht im Einklang standen“. Unter Berücksichtigung des gesamten Wirkens des ehemaligen Ostberliner Kirchenjuristen sollten jedoch „keine disziplinarrechtlichen Maßnahmen“ eingeleitet werden. Stolpe erklärte, insgesamt sehe er sich durch seine Kirche „in meinem Handeln im Ergebnis bestätigt“. Kommentar auf Seite 10

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