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Sting und der Regenwald

■ Indianerhäuptlinge und Pop-Star gemeinsam auf Tournee

Frankfurt (taz) - Raoni, der Stammeshäuptling der Kayapoiindianer aus der brasilianischen Amazonasregion Xingu, bringt es im glitzernden Spiegelsaal des Frankfurter Nobelhotels Interconti schnell auf den Punkt. Von weit her sei er gekommen, um hier zu sagen: „Wir sind keine Tiere, wir sind Menschen.“ Dabei wippt er energisch mit der enorm vorgeschobenen, zu einem Teller gedehnten Unterlippe. Wenn euch, sagt er den BerichterstatterInnen, unser Aussehen irritiert: „Das ist unsere Kultur, das liegt in unserer Natur.“ Raoni versichert, daß ihn die vielen Menschen und Städte nicht beeindruckt haben. Sie alle seien ebenfalls betroffen, wenn der tropische Regenwald vernichtet werde, „wenn der Wind bläst und die Sonne härter scheint“, „wo sollen dann eure Enkel leben“? Der Pop-Star Sting, blond, blauäugig mit Lachfältchen, Turnschuhe an den Füßen, hatte zu dieser Pressekonferenz geladen, um die Anfang 1989 gegründete Regenwaldstiftung „Fundaco Mata Virgim“ vorzustellen und um Spenden zu bitten. Sie braucht 3,5 Millionen Mark, um ein Gelände rund 180.000 Quadratkilometern abzustecken, Türme und Grenzposten einzusetzen.

Ob denn die Publicity nicht eher Sting als den Indianern nütze? Sting: „Ich habe auch so genug Popularität!“ Darauf, den Indianern zu helfen, sei er gekommen, als von einem Flugzeug aus die Zerstörung des Regenwaldes gezeigt bekommen habe, die rote, kahle, staubige Erde. Raoni schmaucht ein Pfeifchen und stellt noch einmal klar: „Wir sind hier, um von euch Geld zu bekommen.“ Das Geld, das durch nationala Freundeskreise gesammelt wird, soll ungeschmälert an die brasilianische Organisation gehen.

-hei

Spenden und T-Shirt-Bestellung: Regenwald-Verein e. V., Harvestehuder Weg 21, 2000 Hamburg 13, KTO. Dresdner Bank, Nr. 606719000)

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