piwik no script img

Stiller See der Todesstrahlen

Als Wasser wertvoller wurde als Öl, da verloren die Wirtschaftsplaner im Sozialismus offenbar alle Skrupel. Jahrzehntelang träumten die Moskauer Technokraten von der Umleitung der sibirischen Flüsse nach Mittelasien, um dort ihre riesigen Bewässerungsprogramme betreiben zu können. Bei der Umsetzung ihrer Träume schreckten sie nicht einmal vor unterirdischen Atomsprengungen zur Landschaftsgestaltung zurück. Jetzt erst, fünfzehn Jahre später, wird das strahlende Erbe bekannt. 300 Kilometer nordöstlich von Perm am Ural entstand bei den Atomsprengungen ein still liegender, toter und tödlich strahlender See. Mit bis zu fünf rem pro Stunde belastet er Menschen an seinem Ufer. SEITE 8

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen