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Sterbehilfe erstmals legalisiert

■ Australisches Provinzparlament verabschiedet Gesetz

Darwin (dpa/AP) – In einem Teil Australiens ist künftig Sterbehilfe erlaubt. Als erstes Parlament der Welt verabschiedete das Provinzparlament des Northern Territory in Darwin nach 14stündiger Diskussion gestern ein Gesetz, das Ärzten die Tötung von Todkranken auf deren Verlangen erlaubt. Voraussetzung dafür ist, daß zwei Ärzte unabhängig voneinander feststellen, daß keine Heilungschancen bestehen. Außerdem ist eine „Warteperiode“ vorgeschrieben, die es dem Patienten erlaubt, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Die Tötung soll mit Injektionen vollzogen werden.

In Australien hat die Entscheidung, die über Fraktionsgrenzen hinweg mit 15 zu 10 Stimmen fiel, erregte Diskussionen ausgelöst. Nach Ansicht von politischen Beobachtern ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis die anderen Bundesstaaten eine entsprechende Regelung verabschieden. Das Gesetz stieß vor allem bei Vertretern der christlichen Kirchen, der Muslime und der Aborigines auf Ablehnung. Auch der Präsident der Ärztevereinigung sprach sich dagegen aus, gestand aber ein, Sterbehilfe bereits geleistet zu haben. Dagegen äußerten Vertreter von Aidskranken Zustimmung.

Aufsehen hat die Entscheidung auch in den USA erregt, wo das Thema Sterbehilfe seit Jahren mit steigender Emotionalität diskutiert wird. Gail Atteberry von der amerikanischen Bewegung „Recht auf Leben“, die gegen Abtreibungen und Sterbehilfe kämpft, sagte nach Angaben australischer Medien, Darwin werde zur „Selbstmord-Hauptstadt der Welt“ werden. Dagegen bezeichnete die amerikanische Hemlock Society, die für Sterbehilfe kämpft, die australische Regelung als ein „wundervolles Testgesetz, das in der ganzen Welt Beachtung finden wird“.

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