: Stasi hörte 500.000 West-Telefone ab
Berlin (ap) — Der Staatssicherheitsdienst der ehemaligen DDR hat nach Angaben von Generalbundesanwalt Alexander von Stahl eine halbe Million Telefonanschlüsse in der alten Bundsrepublik rund um die Uhr abgehört. In einem Zeitungsinterview nannte Stahl die zuständige Abteilung III des Ministeriums für Staatssicherheit mit ihren 2.000 operativen Mitarbeitern „eines der größten Ohren der Welt“. „Offenbar“ seien auch Telefongespräche mitgehört worden, die der Fahrer des 1986 von der RAF ermordeten Siemens-Managers Beckurts mit dem Werkschutz führte. Stahl verwies auf die auch für Stasi-Offiziere mögliche Kronzeugenregelung, wenn sie zur Aufklärung terroristischer Verbrechen beitrügen. Der Generalbundesanwalt sucht weiter nach einem Topagenten, der die DDR von einer Schaltstelle der Bundesregierung aus mit Informationen versorgt habe.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen