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Stammesjustiz: Indianer verbannt

Seattle (AP/taz) – Zwei junge Indianer aus Alaska, die sich wegen schweren Raubs vor einem Gericht in Seattle verantworten müssen, sollen nach der Tradition ihres Stammes bestraft werden. Der Richter setzte die Urteilsverkündung aus und übergab die Angeklagten den Ältesten des Thlawaa-Tlingit-Volkes auf der Insel Prince of Wales. Jetzt sollen sie auf einer einsamen Insel geläutert werden. Die Verbannung sei zwar eine Form der Bestrafung, doch handle es sich eher um einen Reinigungsritus, sagte Stammesrichter Rudi James. „Der eine Junge wird auf die eine Insel gehen, der andere auf eine andere. Diese Inseln werden sonst menschenleer sein.“ Für zwei Wochen sollen die Ausgesetzten Lebensmittel erhalten. Danach müssen sie sich dann selbst um ihr Überleben kümmern. „Wir werden von Zeit zu Zeit nach ihnen sehen – aber nicht sehr oft.“ Die Dauer der Verbannung ist bislang noch nicht geklärt.

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