: Stahl-Kompromiß im Eimer IGM gegen Vorbild Sachsen
■ Gewerkschaft will 80 Prozent schon jetzt
Hamburg (dpa) – Wird in der ostdeutschen Metall- und Stahlindustrie doch weitergestreikt? Nachdem bereits die Große Tarifkommission der IG Metall für die Metallindustrie Ostberlins und Brandenburgs am Samstag nicht die erwartete Zustimmung zur Übernahme des in Sachsen ausgehandelten Tarifkompromisses gegeben hatte, wurden am Sonntag die Verhandlungen für die Stahlindustrie ergebnislos abgebrochen. Die IG Metall lehnte es ab, das Ergebnis der sächsischen Metallindustrie auf die Stahlindustrie zu übertragen. Ein neuer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart.
Zustimmung hatte das Verhandlungsergebnis vom Freitag dagegen bei den Spitzen der Tarifparteien gefunden. Der IG-Metall-Vorstand billigte am Samstag in Frankfurt/Main den in Dresden ausgehandelten Abschluß und empfahl die Beendigung des Arbeitskampfes. Zugleich wurden die für Montag und Dienstag angekündigten neuen Streiks ausgesetzt.
Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall stimmte am Sonntag in Frankfurt ebenfalls dem Pilotabschluß von Sachsen zu. Gesamtmetall-Präsident Hans-Joachim Gottschol äußerte die Erwartung, daß „in Kürze“ auch in den anderen Gebieten Ergebnisse auf dieser Basis erzielt werden.
Bereits am Freitag abend hatte die Große Tarifkommission für Sachsen den Abschluß gebilligt, so daß die Gewerkschaftsmitglieder hier von heute an über das Streikende entscheiden. Nach dem neuen Stufenplan kommt der große Sprung auf 80 Prozent der Westlöhne statt im April erst im Dezember dieses Jahres. Für die Stahlindustrie wollte die IG Metall diese Eckpunkte nicht akzeptieren. Streikziel ist hier, so IG-Metall-Bezirksleiter Horst Wagner, die Lohnerhöhung auf 80 Prozent bereits in diesem Frühjahr zu erreichen. Seite 4
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen