Stadtentwicklung: Durchbruch am Mauerpark
Der Mauerpark zwischen Mitte und Prenzlauer Berg wird verbreitert. Wohnbauten am Nord- und Südende. Damit endet ein jahrelanger Streit um den Ausbau.
Für den umstrittenen Ausbau des Mauerpark gibt es ein neues Konzept. Der Park soll im Mittelteil verbreitert werden, Neubauten auf dem bisher als Gewerbefläche genutzten Areal sind nur noch nördlich des Gleimtunnels und am Südende des Parks geplant. Das sieht ein Bebauungsplanentwurf vor, den am Mittwochabend der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte beschlossen hat.
Der Park entlang der einstigen Mauer zwischen den Stadtteilen Wedding und Prenzlauer Berg war bereits in den 90er-Jahren angelegt worden. Ursprünglich sollte er den Mauerstreifen im Osten und das westlich der Grenze liegende Bahngelände umfassen. Die Allianz Umweltstiftung hatte dafür 4,5 Millionen Mark bereitgestellt - unter der Bedingung, dass die Grünfläche bis zum Jahr 2010 auf mindestens 10 Hektar anwächst. Bis heute wurden jedoch nur 8 Hektar auf der Prenzlauer-Berg-Seite realisiert. Der Eigentümer der Westhälfte wollte sein Grundstück nicht einfach hergeben. Zum Kauf fehlten Land und Bezirken das Geld.
Als Kompromiss hatte der für den Westteil zuständige Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe (SPD), noch im Sommer 2009 vorgeschlagen, entlang der Kante zum Wedding einen Riegel aus sechs- bis siebengeschossigen Häusern zuzulassen. Dagegen hatten Anwohnerinitiativen heftig protestiert.
Der neue Vorschlag wurden zusammen mit Anwohnern und den Bezirksgrünen erarbeitet. Die zulässige Bebauung wird insgesamt reduziert und örtlich konzentriert. Sie soll vor allem nördlich des Gleimtunnels entstehen. Dort seien allein 15 Grundstücke für bewohnerorientierte Baugruppen vorgesehen, sagte Gothe. Der Park kann nun um 6 auf insgesamt 14 Hektar erweitert werden. Vor allem im viel genutzten Mittelbereich wird er auf die maximal mögliche Breite ausgebaut (siehe Karte). Nicht nur die von Anwohnern kritisierte Abriegelung zum Wedding ist vom Tisch. Gothe will "noch vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahmen" einen ersten Durchbruch zum Wedding errichten - per Fußweg in Höhe der Lortzingstraße.
Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD)
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