Sport vom Freitag: Gold für Steffen

Britta Steffen holt Gold, erster Medaillengewinner des Dopings überführt. Deutsche Fußballerinnen im Halbfinale. Und: Leichtathletik.

Ariane Hingst (r) im Zweikampf mit der Schwedin Jessica Landstrom. Bild: ap

PEKING dpa Britta Steffen hat sich ihren Traum vom Gold erfüllt und den deutschen Schwimmern den ersten Olympiasieg seit 1992 beschert. Nach 50 Metern noch Letzte schlug die Berlinerin am Freitag in Peking über 100 Meter Freistil in 53,16 Sekunden als Erste vor der australischen Favoritin Lisbeth Trickett an und sprach danach von einem "Wahnsinnsgefühl". Für Chef de Mission Michael Vesper war das achte Gold in Peking "eine späte Genugtuung für das deutsche Schwimmen". Als letzte DSV-Starterin hatte Dagmar Hase vor 16 Jahren in Barcelona ganz oben auf dem Siegertreppchen gestanden. US-Star Michael Phelps setzte seine Rekordjagd am siebten Wettkampftag der Spiele über 200 Meter Lagen mit dem sechsten Gold fort. Insgesamt hat der Amerikaner nun zwölf Olympiasiege errungen.

Phelps verbuchte beim sechsten Start in 1:54,23 Minuten auch den sechsten Weltrekord. Beim amerikanischen Doppelsieg über 200 Meter Rücken holte Ryan Lochte in der Weltrekordzeit von 1:53,94 Minuten Gold vor Aaron Peirsol. Rebecca Soni aus den USA verwies in 2:20,22 Minuten über 200 Meter Brust die Australierin Leisel Jones mit Bestzeit auf Platz zwei. Der deutsche Rekordhalter Rafed El-Masri (Berlin) schwamm in 22,09 Sekunden über 50 Meter Freistil am Finale vorbei. Schützengold im olympischen Liegend-Match mit dem Kleinkaliber-Gewehr gewann der Ukrainer Artur Aywasija. Die beiden deutschen Starter Maik Eckhardt und Michael Winter hatten als 24. und 31. mit der Entscheidung nichts zu tun.

Slalom-Kanutin Jennifer Bongardt hat das Finale der olympischen Entscheidung im Kajak-Einer verpasst. Die 25 Jahre alte zweimalige Weltmeisterin aus Augsburg verfehlte am Freitag im Halbfinale im Shunyi-Park von Peking gleich zwei Tore und hatte als 15. und letzte des Halbfinales keine Chance mehr auf eine Medaille. Als Führende beendete Emilie Fer aus Frankreich das Halbfinale, dicht gefolgt von Olympiasiegerin Elena Kaliska aus Tschechien.

Als erster Medaillengewinner in Peking wurde der nordkoreanische Schütze Kim Jong-Su des Dopings überführt. Dem zweifachen Medaillengewinner Kim Jong-Su wurde die Einnahme des verbotenen Betablockers Propranolol nachgewiesen. Der Schütze muss nach IOC-Angaben Silber aus dem Wettbewerb mit der Freien Pistole sowie Luftpistolen-Bronze zurückgeben. Auch die Turnerin Thi Ngan Thuong Do aus Vietnam wurde positiv getestet. Damit erhöhte sich die Zahl der Dopingfälle bei den Spielen auf vier.

Einen mäßigen Start erwischten die deutschen Leichtathleten in Peking. Kugelstoßer Peter Sack verfehlte das Finale mit einer Weite von 20,01 Metern um zwei Zentimeter und scheiterte wie vor vier Jahren in Athen bereits in der Qualifikation. Europameister Ralf Bartels hatte wegen einer Wadenverletzung seinen Start absagen müssen. Mit viel Glück überstand Tobias Unger die Vorläufe über 100 Meter. In schwachen 10,46 Sekunden kam der deutsche Meister als letzter gerade noch in die Zwischenläufe.

Recht mühselig, aber letztlich hochverdient zogen die deutschen Fußballerinnen am Freitagabend mit einem 2:0 -Sieg nach Verlängerung gegen Schweden ins Halbfinale ein. Dort treffen sie am Montag auf Brasilien, gegen die sie sich in der Eröffnungspartie des olympischen Turniers 0:0 trennten.

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