: Spießbürger-betr.: "Unbehagliches Mobiliar", taz vom 4.12.92
Betr.: „Unbehagliches Mobiliar“, 4.12.92
Vielleicht ist es Ihnen einfach entgangen: In den letzten einhundert Jahren haben sich Heerscharen bedeutender Künstler damit beschäftigt, Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände zu entwerfen, die sich bewußt nicht in Kategorien wie „Behaglichkeit“ und für die „gute Stube“ einordnen lassen wollen. Das ist auch eine der Mindestvoraussetzungen, um unter dem Begriff Design zu firmieren.
Die Arroganz, mit der Sie abgegriffene Klischees auf die Ausstellung „Hamburg Möbel“ anwenden, ist leider nichts anderes als die gewohnte spießbürgerliche Kunstbetrachtung: Was nicht schön brav gewohnten Seh- und Geschmacksvorstellungen entspricht, ist überflüssig, eigentlich aber verachtenswert.
Wenn Ihre Berichterstattung und Kritikfähigkeit nicht sachbezogener sein kann als plumpe Ablehnung aus einem anderen Geschmacksempfinden heraus, lassen Sie es doch einfach ganz sein. Lars Quadejacob
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen