Sotschi 2014 – der neunte Abend

Nebel sorgt für Waffenstillstand

Das Massenstartrennen der Biathleten fällt den schlechten Sichtbedingungen zum Opfer. In der Halle rocken dagegen die Holländerinnen auf Kufen.

Nebel legt sich über das Biathlonstadion „Laura“. Bild: dpa

Der Wettkampf des Abends: Die Medaillen 15, 16 und 17 sammelten die niederländischen EisschnelläuferInnen in Sotschi ein, diesmal über die 1500-Meter-Strecke der Frauen. Die gelernte Shorttrack-Spezialistin Jorien ter Mors gewann überraschend Gold in der olympischen Bestzeit von 1:53,51 Minuten und verwies damit ihre Teamkollegin und Topfavoritin Ireen Wüst (1:54,09) auf Platz zwei. Lotte van Beek machte als Dritte in 1:54,54 den Dreifach-Triumph des Oranje-Teams perfekt. Die 41-jährige Claudia Pechstein zeigte erneut eine enttäuschende Vorstellung und kam mit fast sechs Sekunden Rückstand auf Platz 19.

Die AthletIn des Abends: Felix Neureuther ist sein Autounfall am Freitag auf der Anreise zum Münchener Flughafen zu Kopf gestiegen – der deutsche Skirennläufer plagt sich mit den Folgen eines Schleudertraumas sowie geprellten Rippen. Sein Start im Riesenslalom am Mittwoch ist weiter fraglich: „Auf Biegen und Brechen und dass man ein Risiko in Kauf nimmt, das macht keinen Sinn“, sagte der 29-Jährige in Krasnaja Poljana. Womöglich verzichtet Neureuther zugunsten des Slaloms. „Es steht am Samstag der Slalom an und da muss man schon sagen, dass ich im Slalom die größeren Chancen habe.“

Das Drama des Abends: Gold soll es werden für die Sbornaja, das russische Eishockeyteam – nicht mehr und nicht weniger. So wurde es ausgerufen, als Gebot der nationalen Ehre. Doch nach der Niederlage im Penaltyschießen gegen die USA, kam das Team auch gegen die bisher enttäuschenden Slowaken nicht über ein 0:0 in der regulären Spielzeit hinaus. Dass letztendlich der Erfolg im Penaltyschießen perfekt gemacht wurde, macht die Sache kaum besser. Logenplatz-Zuschauer Wladimir Putin wird die alles andere als goldverdächtige Leistung der Mannschaft sicher nicht entgangen sein. Mit einem unerfreulichen Kabinenbesuch darf demnächst wohl gerechnet werden.

Weitere Entscheidungen (Medaillen): Keine Medaillen wurden im Biathlon-Massenstart der Männer vergeben. Wegen Nebels ist das Rennen auf Montagmorgen 7.30 Uhr (MEZ) verschoben worden.

Weitere Wettkämpfe:

Curling: Die Männerteams aus Schweden und Kanada haben sich für die Halbfinals qualifiziert. Weltmeister Schweden legte vor den Augen von König Carl Gustaf einen 8:4-Sieg gegen Russland hin. Kanada besiegte die USA mit 8:6 und warf den Nachbarn damit ganz aus dem olympischen Turnier.

Auch bei den Frauen stehen Kanada und Schweden als erste Nationen in den K.o.-Spielen fest. Die Kanadierinnen bezwangen die USA 7:6 nach Extra-End und haben bei einem Erfolg über Südkorea am Montag die Chance, als erstes Frauen-Team eine olympische Vorrunde ungeschlagen zu überstehen. Die Schwedinnen schlugen Russland 5:4 und profitierten von der 7:9-Niederlage der Schweiz gegen Japan. (mit dpa)

Eishockey Männer: Russland - Slowakei 1:0 n.P. (0:0,0:0,0:0), Slowenien - USA 1:5 (0:2,0:2,1:1), Österreich - Norwegen 3:1 (2:0,0:1,1:0)

Proteste an der Strecke: Keine.

Der alternative Medaillenspiegel nach 55 von 98 Entscheidungen:

24-32 Jahre: Gold (55), Silber (41) Bronze (46)

15-23 Jahre: Gold (17), Silber (25), Bronze (18)

33-40 Jahre: Gold (4), Silber (4), Bronze (8)

40+: Gold (0), Silber (3), Bronze (0)

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben