piwik no script img

■ SolingenErmittlungsfehler?

Düsseldorf (AFP) – Wie groß sind die Versäumnisse der Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft wegen rechtsextremistischer Aktivitäten in Solingen? Diese Frage wird auf Antrag der Grünen noch im Mai den Innenausschuß des Düsseldorfer Landtags beschäftigten. Dabei soll geklärt werden, ob im Zuge der Ermittlungen um die Solinger Kampfsportschule „Hak Pao“ wichtiges Beweismaterial vernichtet worden ist. In der Kampfsportschule hatte der mutmaßlich rechtsextremistische „Deutsche Hochleistungs-Kampfkunstverband“ (DHKKV) regelmäßige Übungsstunden abgehalten. Im Prozeß um den Mordanschlag von Solingen hatten drei der vier Beschuldigten angegeben, sie hätten bisweilen beim DHKKV trainiert. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte, gegen die Verantwortlichen des DHKKV werde ermittelt. Den Angaben zufolge hatte die Staatsanwaltschaft Wuppertal bereits im Dezember 1993 „umfangreiche Unterlagen“ über die Kampfsportschule sichergestellt. Nach Informationen von Bündnis 90/Grüne waren diese Akten jedoch möglicherweise schon Anfang Juni 1993 von der Polizei kontrolliert worden, als Vereinsmitglieder die Unterlagen wenige Tage nach dem Brandanschlag abtransportierten. Diese erste Kontrolle soll ergebnislos geblieben sein.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen