: Sloterdijks Menschenpark
Der heftige und in der Öffentlichkeit zum Teil unter der Gürtellinie geführte Streit um Peter Sloterdijks „Regeln für den Menschenpark“ setzte erst mit einiger Verspätung ein. Vorgetragen hatte Sloterdijk seine umstrittenen Thesen auf einer Tagung Mitte Juli auf dem bayerischen Schloss Elmau. Vorwürfe, Sloterdijk trete für ein faschistoides Gesellschaftmodell ein, indem eine kleine Elite, das „Konzil der Weltintelligenz“, das genetische Schicksal künftiger Generationen bestimmen soll, wurden erst laut, nachdem die FR und die SZ über die Elmauer Rede berichteten.
Sloterdijk verteidigt sich nachträglich damit, dass er in seinem Vortrag angesichts der aktuellen Durchbrüche der Biotechnologie lediglich gefordert habe, einen moralischen Kodex für die „Anthropotechniken“ zu formulieren. Dieser kann nach Sloterdijk nur das „Ergebnis von Machtverhältnissen“ sein.
Die zentralen Fragen, die Slotterdijks Rede aufgeworfen hat, sind schon länger bekannt: Wer setzt den ausufernden Biotechniken wie Pränataldiagnostik oder Keimbahneingriffen eine Grenze? Und: Sollen künftig das „barbarische Potential“ und die „Verwilderungstendenzen“ der Menschheitkeimbahntherapeutisch geheilt werden? wlf
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