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Skins überfallen Jugendzentrum

■ In Mannheim prügeln rechte Skinheads im selbstverwalteten Zentrum / Polizei nimmt zehn Personen fest / Mitarbeiter: Polizei hat zugunsten der Skinheads eingegriffen

Mannheim (taz) – Mit Baseballschlägern und Tränengas haben rechte Skins am Samstag in Mannheim das selbstverwaltete Jugendzentrum „Friedrich Dürr“ überfallen. Die Polizei nahm bei bei den Auseinandersetzungen Personen fest und leitete Ermittlungs verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch ein. Vertreter des Jugendzentrums erhoben gestern heftige Vorwürfe gegen die Polizei: Gegen 21 Uhr 30 habe eine Gruppe von 15 bis 20 Skins mit Tränengas in den mit 300 Menschen gefüllten JZ-Saal geschossen, in dem ein Punkkonzert lief. Erst als der Angriff abgewehrt war, sei die Polizei gekommen und habe dann vor allem die Konzertbesucher unter die Lupe genommen. Nach Veranstaltungsende habe es einen erneuten Überfall in der Innenstadt auf eine Gruppe gegeben, die auf dem Heimweg war. Dabei sei es zu einer größeren Prügelei mit Einsatz von Gaswaffen gekommen. Wieder habe die Polizei zugunsten der Skinheads eingegriffen. „Wenn in der Darstellung der Polizei jetzt von Kämpfen zwischen rivalisierenden Jugendgruppen die Rede ist, stellt das die Tatsachen auf den Kopf. Schließlich sind wir überfallen worden und mußten uns wehren. Trotzdem sind von den zehn Festgenommenen sieben Leute vom JZ und nur drei Skins“, erklärte ein JZ-Vertreter. Polizeisprecher Volker Dressler wies die Vorwürfe gestern zurück. Festgenommen worden seien vor allem jene, „die mit Schußwaffen rumgeballert haben, und die gab es auf beiden Seiten“. Bei den JZ-Besuchern hat er dabei vor allem Vertreter des Motorradclubs „Wilde Horde“ im Auge. Für kommenden Samstag, 11 Uhr, ruft das JZ zu einer Demonstration gegen die Übergriffe auf. Treff: Mannheim, Paradeplatz. rog

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