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Skinheads etc.

Der vorliegende Abriß zum Skinhead-Phänomen, im Englischen unter dem Titel „This is England... and they don't live here!“ erschienen, stammt aus den achtziger Jahren. In einigen Punkten hat die Wirklichkeit ihn überholt: Längst sind rechtsradikale Brandanschläge kein Randphänomen mehr, und daß Skinheads auch Opfer der Verhältnisse sind, ist momentan nicht die Perspektive, die zählt.

Trotzdem ist der Standard von Hebdidges Essay hierzulande, wo moralischer Scheinvorsprung gerne als Analyse daherkommt und Jugend-Rechtsradikalismus in der Regel entweder skandalisiert, dämonisiert oder aber verharmlost wird, soweit ich sehe, unübertroffen. Nicht nur die innere Logik des Skinhead-Verhaltens wird beschrieben, Hebdidge denkt auch offen über die Rolle der Musikpresse nach; und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die hiesige Zunft noch der festen Überzeugung war, Gefahr von rechts stünde schon nicht ins Haus.

Dick Hebdidge gehört zum Umfeld des CCCS (Center for Contemporary Cultural Studies) in Birmingham, das aus einem Ungenügen an traditionell- ökonomistischen Erklärungsversuchen subkultureller Phänomene hervorgegangen ist. Verhalten wird als Bedeutungssystem begriffen, das nach dem Modell der Bricolage funktioniert und mit den Mitteln von Zeichentheorie und Ethnographie gelesen werden kann. tg

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