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Skandalfotograf ToscaniAktion gegen Anorexie

Der Fotograf der umstrittenen Benetton-Kampagnen zeigt jetzt ein magersüchtiges Model. So will er Anorexie thematisieren - und für ein italienisches Modehaus werben.

ROM ap Eine abgemagerte nackte Frau zeigt der italienische Fotograf Oliviero Toscani in seiner neuen, provokanten Werbekampagne mit dem Titel "No anorexia". Die Bilder, die er für das italienische Modehaus Nolita konzipierte, wurden am Montag zum Start der Mailänder Modewoche in der Zeitung La Repubblica und auf vielen Plakatwänden gezeigt. Toscani wurde mit seinen Werbefotos für die Firma Benetton weltbekannt, die Insassen von Todeszellen und an AIDS sterbende Menschen zeigten.

"Toscani hat seine Subjekte buchstäblich enthüllt, um jedem durch diesen nackten Körper die Wirklichkeit der Krankheit zu zeigen, die in den meisten Fällen durch von der Modeindustrie geschaffene Stereotype entsteht", schreibt das Label Nolita auf seiner Website zu der Aktion gegen Magersucht.

Das Model der Kampagne, die 27-jährige Französin Isabell Caro, erklärt in ihrem Blog, das sie auf Grund einer schwierigen Kindheit seit ihrem 13. Lebensjahr an Magersucht leide. Sie versuche, ihre Gesundheit zu verbessern, da sie das Leben liebe.

Während Modedesigner die Kampagne größtenteils lobten, reagierten Hilfsgruppen für Magersüchtige skeptisch. ABA, die italienische Gemeinschaft gegen Anorexie, Bulimie und Fettsucht, äußerte in einer Meldung der Nachrichtenagentur ANSA die Befürchtung, dass das "verheerende" Bild Nachahmer auf der Suche nach öffentlicher Aufmerksamkeit finden könnte.

Der Fotograf selbst sagte in der Presseerklärung von Nolita, es sei wichtig, dass ein Modehaus gewillt sei das Thema in einer couragierten Kampagne aufzugreifen. Die Modeindustrie ist beim Thema Magersucht spätestens seit 2006 in die Kritik geraten, als ein unter Essstörung leidendes 21-jähriges brasilianisches Model starb.

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1 Kommentar

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  • SP
    Stefan Passig

    zu Benetton und Magersucht:

     

    Es gibt auch noch andere Fotografen/ Künstler, die sich dem Thema Anorexie gewidmet haben. Warum immer nur das Spektakel der großen Namen bei solch einer sensiblen Sache?

     

    Siehe: http://www.rundgang-kunst.de/portal/hublog/?p=126&picture_id=150#mypicbox

     

    Freundlichst

    Stefan Passig