Siziliens Verbindung zum Festland: Rechnungshof bremst XXL-Brückenprojekt
Italiens Rechnungshof gibt der Brücke zwischen Sizilien und dem Festland einen Dämpfer. Der Traum von der längsten Hängebrücke der Welt wackelt.
dpa | Italiens Rechnungshof hat das umstrittene Projekt für den Bau einer Brücke zwischen der Mittelmeerinsel Sizilien und dem italienischen Festland ausgebremst. Die Prüfer verweigerten die Genehmigung für das 13,5 Milliarden Euro schwere Prestigeprojekt der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Dies teilte der Rechnungshof nach einer Anhörung am Abend mit.
Verkehrsminister Matteo Salvini bezeichnete die Entscheidung als einen „schweren Schaden für das Land“. Die Prüfer hätten eine politische Entscheidung getroffen, schrieb er auf X. Der Chef der rechten Lega-Partei zeigte sich jedoch kämpferisch: „Wir sind entschlossen, alle möglichen Wege zu beschreiten, um die Arbeiten in Gang zu bringen. Wir machen weiter.“
Der Rechnungshof kündigte an, innerhalb von 30 Tagen eine schriftliche Begründung für seine Entscheidung vorzulegen. Das Projekt ist damit jedoch nicht endgültig gestoppt. Wie italienische Medien berichteten, könnte Salvini im Kabinett eine Abstimmung vorantreiben, um die Einwände zu übergehen.
Die Brücke soll die süditalienische Region Kalabrien mit Sizilien verbinden. Mit einer Länge von 3,3 Kilometern wäre sie die längste Hängebrücke der Welt. Bisher kann die Meerenge nur mit der Fähre überquert werden. Geplant ist, dass Autos und Züge über sie rollen. Das Vorhaben ist jedoch hochumstritten: Umweltschützer warnen etwa vor ökologischen Folgen des Megaprojekts.
Projekt bereits seit Jahrzehnten im Gespräch
Mehrere italienische Regierungen diskutierten in der Vergangenheit bereits das Projekt einer Brücke über die Straße von Messina. Es war schon 2012 wegen seiner hohen Kosten aufgegeben worden. Seit ihrem Amtsantritt treibt die Meloni-Regierung das Vorhaben jedoch wieder mit Nachdruck voran.
Für Meloni und ihre Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien ist die jüngste Entscheidung ein Rückschlag. Die Regierungschefin meldete sich auch zu Wort: Sie nannte die Entscheidung den „x-ten Eingriff der Gerichtsbarkeit in die Entscheidungen der Regierung und des Parlaments“. Sie und ihre Regierung würden sich von dieser „unerträglichen Einmischung“ nicht abbringen lassen.
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