: Sielwall-Automatismus
■ Spitzenautomat wieder da — aber nicht lange
Der Spritzenautomat an der Sielwallkreuzung hängt wieder. Gestern morgen haben MitarbeiterInnen des AK Drogen den Automaten trotz des Verbotes wieder aufgehängt. Trotz der Versprechen, daß schnell ein Alternativstandort für den Automaten gefunden würde, sei noch nichts Konkretes passiert. Die Sozialsenatorin reagierte prompt: Mit dem gestrigen Datum ging ein Brief an den AK, in dem er aufgefordert wird, sofort wieder abzubauen.
„Von der Dezentralisierung wird geredet, tatsächlich werden aber alle Hilfen eingestampft“, beschrieb Klaus Hammer vom AK die aktuelle Bremer Drogenpolitik. Der Spritzentausch und der Umsatz an den Automaten sei extrem zurückgegangen: „Die Spritzen werden ausgewaschen und entweder selbst wieder gebraucht oder weitergegeben“, so die Mitarbeiterin Cornelia Barth. „Gib AIDS eine Chance“, heißt es auf einem Flugblatt des AK.
Die Szene sei seit Monaten geschrumpft, es seien nur noch die übrig, die kein Dach über dem Kopf hätten. Seit viele dealende Asylbewerber Platzverbot erhalten haben, hat sich die Szene neu organisiert: Eine Maklerschicht ist entstanden. Gedealt wird zu bestimmten Zeiten an vielen kleinen Treffpunkten in der Stadt. Die erfährt der Vermittler vom Händler und er gibt sie an die Szene weiter. Ansonsten hat der Handel die Polizeiaktionen unbeschadet überstanden. Noch nicht einmal die Preise sind gestiegen.
„Was sollen wir denn tun“, fragte Andrea Frenzel-Heiduk, Sprecherin der Sozialsenatorin. „Um den Automaten woanders aufhängen zu können, brauchen wir die Beiräte." Die haben sich bislang verweigert, gerade in Bremen-Nord, wo der nächste Standort sein soll. Der Sozialausschuß des Beirates tagt erst wieder Mitte Dezember. J.G.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen